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Ude Symposium 2018

Pazifist - Lebensreformer - Priesterpolitiker. Anstoß damals wie heute?

Die Katholisch-Theologische Fakultät, das Institut für Kirchengeschichte und Kirchliche Zeitgeschichte sowie das Institut für Ethik und Gesellschaftslehre der Karl-Franzens-Universität Graz luden am 6. November 2018 anlässlich des Gedenkjahres 1938 zu einem Symposium über den Grazer Theologieprofessor DDDDr. Johannes Ude (1874–1965) ein.

Dieser war der einzige, der gegen die „banditenartigen Überfalle“ des menschenverachtenden NS-Regimes in der Reichspogromnacht 1938 einen Protestbrief an Gauleiter Uiberreither verfasste.

Geboren in St. Kanzian am Klopeiner See, wuchs Ude in der Obersteiermark auf und besuchte die Schulen in Noreia, St. Lambrecht und Graz. Er studierte als Mitglied der Priesterausbildungsstätte Germanicum in Rom und wurde dort zum Dr. phil. et theol. promoviert. In Rom wurde ihm auch die Priesterweihe gespendet. Kurzzeitig wirkte er als Kaplan in Fernitz und als Präfekt des Grazer Knabenseminars.

Johannes Ude habilitierte sich für Spekulative Dogmatik und Philosophie (1905) und erwarb seinen dritten und vierten Doktortitel in Naturwissenschaften und Nationalökonomie an der Universität Graz.

Von 1906 bis 1934 lehrte er Spekulative Dogmatik an der Theologischen Fakultät Graz, zunächst als Privatdozent, von 1911 bis 1917 als außerordentlicher, von 1918 bis 1934 als ordentlicher Professor. In den Studienjahren 1919/20 und 1924/25 bekleidete er das Amt des Dekans.

Ude war überzeugter Pazifist, Alkoholismusgegner, Mitbegründer der katholischen Abstinentenbewegung und Gründer einer eigenen Wirtschaftspartei. Wegen seiner unkonformistischen und politischen Haltung ergaben sich Spannungen zu seinem Ortsbischof. 1929 erhielt er von den Bischöfen Rede- und Predigtverbot, das aber 1935 zurückgenommen wurde, sowie 1934 als Universitätsprofessor Lehrverbot. Eine Wiederaufnahme der Lehrtätigkeit wurde Ude im Studienjahr 1935/36 nur als Privatdozent möglich.

Der couragierte Priester kritisierte Benito Mussolini wegen der italienischen Eroberung Abessiniens. Trat jener in den Märztagen 1938 für den „Anschluss“ Österreichs an Deutschland ein, so wurde die Pogromnacht im November 1938 für Ude das Damaskuserlebnis schlechthin, das seine Abkehr vom Nationalsozialismus bewirkte. Seine Regimekritik wurde vorerst „nur“ mit einem Gauverweis bestraft. Ude wirkte sodann bis zu seinem Lebensende als ehrenamtlicher Seelsorger in Grundlsee. Dort verhaftete ihn 1944 die Gestapo, ihm wurden „Wehrkraftzersetzung und Feindbegünstigung“ vorgeworfen. Die Befreiung von der nationalsozialistischen Herrschaft 1945 rettete ihn vor einem Prozess und der Todesstrafe.

Die Beiträge dieses Symposiums erörterten, in welcher Weise der Pazifist, Lebensreformer und Priesterpolitiker Johannes Ude damals ein Anstoß für Kirche und Politik war, ferner, welche Impulse er für Gesellschaft und Theologie in der Gegenwart geben kann.

Einladung/Programm

Kontakt

Dekanat der Kath.-Theologischen Fakultät
Universitätsplatz 3 A-8010 Graz
Telefon:+43 (0)316 380 - +43/316/380-3150, 3152, 6001, 6003

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