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Dissertationen 2010

Dr.theol. Christian Feichtinger MA

Gegenkörper. Mediale Körper als Symbolträger des Guten und Bösen, am Beispiel "Star Wars".

Begutachter:

Ao.Univ.-Prof. DDr.in Theresia Heimerl, Ao.Univ.-Prof. Ing. Dr. Christian Wessely

 

Abstract

Jede Kultur verwendet das scheinbar "natürliche" Objekt Körper als Träger sozialer Bedeutungen in einem Symbolismus, der im Dienst gesellschaftlicher Absichten steht. Dieser Symbolismus ist nicht nur auf "echte", erfahrbare Körper, sondern auch auf konzipierte, "ideelle" Körper bezogen: Solche "ideellen Körper", etwa von Dämonen, Engeln aber auch als Erinnerungsfiguren historischer Personen, repräsentieren bestimme Konzepte, Visualisierungen und Handlungsformen, als deren Ausdruck sie entworfen werden. Diese ideellen Körper werden so zu einem Medium symbolischer Kommunikation, indem sie eine bestimmte Vorstellung durch ihre ästhetische und ethische Konzeption vermitteln. Es liegt hier quasi eine "Körper-Sprache" vor. Der Antagonismus von "Gut" und "Böse", ein Grundprinzip jeder Weltdeutung und Sinnstiftung v. a. in religiösen Symbolsystemen, erfährt ebenfalls eine Verkörperung, in dem er mit Hilfe ideeller Körper vermittelt wird, eine Methodik, die in der Darstellung von Dämonen oder Göttern in den frühen Hochkulturen beginnt und über Dämonisierungen von Feinden als Verkörperungen des Bösen bishin zur Gestaltung von massenmedialen Produkten ihre Anwendung findet. Die Filmreihe STAR WARS greift sehr bewusst auf religiös tradierte Ästhetiken und Ethiken des Guten und Bösen zurück. In der Arbeit werden auf Basis einer Analyse religiöser Tradierung von Bildern und Ethiken des Guten und Bösen deren "körper-sprachliche" Vermittlung im Film und die kommunikativen Strukturen ihrer Gestaltung und ihrer Rezeption, das Verhältnis von Begriffsverständnis und Darstellungsmöglichkeit des Guten und Bösen und verschiedene Codierungsmöglichkeiten (symbolischer Einsatz von Körperformen, Farben, Gegenständen ...) untersucht. Die Analyse der kommunikativen Strukturen massenmedialer Produkte auf ihre Verwurzelung in religösen Codes zeigt Mechanismen religiöser Kommunikation selbst auf und betont einmal mehr die ästhetische und ethische Kraft dessen, was über das bloße Wort hinausgeht. Dass ausgerechnet der Körper - Symbol für Natürlichkeit schlechthin - dabei eine bedeutungsvollen Rolle spielt, kann nicht oft genug betont werden.

Dr.theol. Markiyan Filevych

Ikonographie und Theologie des Deёsis-Bildes in der ostslawischen Kunst von den Anfängen bis zum 15. Jahrhundert.

Begutachter:

Univ.-Prof. Dr. Basilius J. Groen, O.Univ.-Prof. Dr. Gerhard Larcher

 

Abstract

In der Dissertation wurden die theologischen Ideen recherchiert, die vom 11. bis 15. Jahrhundert die Entwicklung des Deësis-Bildes beeinflussten. Das Deësis-Bild gilt als eine der populärsten Ikonen im ostslawischen Bereich. Unterschiedliche theologische Ideen wurden durch das Deësis-Bild repräsentiert. Die ikonographische Analyse des Deësis-Bildes ermöglicht auch eine kritische Auseinandersetzung mit theologischen Themen der recherchierten Periode. Der erste Teil des Dissertation präsentiert die wichtigsten Werke von Deësis-Ikonographie in ihren theologischen und historischen Kontexten, sowie auch, mit Rücksicht auf die ikonographischen Veränderungen, die Bilder. Ebenfalls wurde die Rolle des Deësis-Bildes im sakralen Raum berücksichtigt. Die Entwicklung der theologischen Ideen die mit dem Deësis-Bild verbunden sind, wurde im zweiten Teil der Dissertation präsentiert. Im ostslawischen Bereich existierten Theologie und Bild im ständigen und wechselseitigen Einfluss und deswegen kann man die Veränderungen und Entwicklungen in Theologie und Volksfrömmigkeit anhand von Werken der sakralen Kunst recherchieren.

Dr.theol. Elie Ndabadugitse

Das Opfer Abrahams. Eine wiederzuentdeckende Opfertheologie.

Begutachter:

Em.Univ.-Prof. Dr. Karl M. Woschitz, Univ.-Prof. Dr. Leopold Neuhold

 

Abstract

Das Opfer Abrahams" ist der Titel zu Gen 22,1-19 in der Jerusalemer Bibel. Dieser Text ist eine der am häufigsten untersuchten Stellen in der hebräischen Bibel, und enthält dennoch immer wieder neue unerschöpfliche Reichtümer für die biblische Theologie. Ein kurzer Überblick über seine Herkunft, seine Abgrenzung, seine Gattungen, seine Bedeutung für das Leben der Gläubigen zeigt, dass dieser einen immer aktuellen Inhalt hat, der in der Lage ist, das Gewissen der Menschheit, die nach Wachstum im Glauben und im Vertrauen zu Gott sucht, wach zu halten. Genesis 22,1-19 hat eine Struktur und Sinneinheiten, die in dieser Studie untersucht und analysiert werden mussten. Der hebräische Text wird in dieser Analyse bevorzugt, weil die Versionen so unterschiedlich sind wie die Autoren. Aber für die Zwecke der Klarheit und Einfachheit dieser Analyse war es notwendig, eine eigene Version des Textes zu erstellen. Die Feinheiten und Nuancen in dieser Version ermöglichten es, eine Struktur zu etablieren, die den Perspektiven dieser Forschungsarbeit entspricht. Das Wichtigste ist, die theologische Lehre des Textes zu erfassen, eine Lehre, die vielfältig und komplex ist. Sie reduziert sich nicht auf die Themen des Gehorsams, des Hörens, der Gerechtigkeit, der Erprobung, ... in Bezug auf das Leben Abrahams. Diese Themen wurden oft hervorgehoben, aber sie sagen nichts über die Opferbereitschaft Abrahams, welche eine seiner besonderen Qualitäten ist, die all sein in der Heiligen Schrift beschriebenes Verhalten erklärt. Die Erfahrung von Abraham ist nicht die eines Außerirdischen, sondern die eines jeden Menschen, der auf der Suche nach dem Göttlichen ist. Man kann nicht das Göttliche in sich annehmen, ohne sich selbst und all das Seine Gott zu weihen. Abraham wuchs in Liebe und Vertrauen zu seinem Gott, und dieses Wachstum führte ihn zur Gemeinschaft mit Ihm zur Ehre Gottes und zum Wohle der Menschheit.

Dr.theol. Johann Platzer

Autonomie und Lebensende. Reichweite und Grenzen von Patientenverfügungen.

Begutachter:

Univ.-Prof. DDr. Walter Schaupp, Univ.-Prof. Dr. Leopold Neuhold

 

Abstract

Kein Patient darf gegen seinen Willen behandelt werden, und zwar auch dann nicht, wenn eine medizinische Behandlung aus ärztlicher Sicht noch geboten erscheint. Was ist jedoch, wenn jemand nicht mehr entscheidungsfähig ist oder sich nicht mehr äußern kann? Für solche Situationen gelten Vorausverfügungen als ein sowohl rechtlich als auch ethisch anerkanntes Mittel, Behandlungsentscheidungen bereits im Vorhinein zu treffen. Die vorliegende Arbeit diskutiert Reichweite und Grenzen von Patientenverfügungen aus ethischer, rechtlicher und theologischer Perspektive. Das letzte Kriterium, das dabei angesetzt wird, ist das leitende Ziel der klinischen Medizin, nämlich das Wohl der Patienten. Der Umgang mit Patientenverfügungen hängt wesentlich vom jeweiligen Verständnis von Autonomie und Fürsorge ab. Die Diskussion darüber muss allerdings von der grundlegenden Frage nach einem tragfähigen Menschenbild geleitet werden. Daher konzentriert sich die angestellte Untersuchung vor allem auf die Erarbeitung eines zeitgemäßen Personverständnisses und Autonomiemodells. Es zeigt sich dabei, dass sich Krankheit und Sterben als dynamische Prozesse charakterisieren lassen, in deren Verlauf sich Einstellungen von Patienten auch ändern können. Menschen verfügen aber auch über langfristige Perspektiven auf ein gutes und gelungenes Leben, in denen in der Regel auch Vorstellungen über die Gestaltung des eigenen Lebensendes von maßgeblicher Relevanz sind. Dieses mögliche Spannungsverhältnis zwischen menschlicher Prozesshaftigkeit und Identität ist vor allem in Hinblick auf den Umgang mit Patientenverfügungen von grundlegender Bedeutung. Denn es geht dabei darum, ob sich eine Person zum gegenwärtigen Zeitpunkt eine zukünftige Krankheitssituation exakt vorstellen kann, und ob bzw. in welcher Form ein gegenwärtiger und zukünftiger Wille erklärt werden kann. Die Analysen zeigen sowohl den Nutzen als auch die Grenzen von Vorausverfügungen: Sie sind einerseits ein wertvolles Reflexions- und Kommunikationsmittel, um über persönliche Ängste und Hoffnungen in Hinblick auf das eigene Leben und Sterben ins Gespräch zu kommen. Daher bieten sie eine gute Möglichkeit, die Selbstbestimmung von Patienten in der letzten Lebensphase innerhalb eines bestimmten Rahmens zu fördern. Andererseits beschränken gerade gewisse Krankheitsumstände und Bedingungen am Ende des Lebens die Selbstbestimmung des Menschen. Dabei erweist sich Autonomie als ein Beziehungsgeschehen, das vor allem durch fürsorgliche Zuwendungen anderer verwirklicht wird. Vor diesem Hintergrund wird abschließend das österreichische Patientenverfügungsgesetz evaluiert. Dabei werden nicht nur Wege zu einer "sinnvollen" Errichtung von Patientenverfügungen aufgezeigt, sondern auch notwendige Begleitmaßnahmen diskutiert, die zu einer Humanisierung des Sterbens in unserer Gesellschaft beitragen können.

Dr.theol. Mirco Šimic

Die katholische Kirche in der Zeit des Umbruchs (1991-1995) und ihr Beitrag zur Entfaltung der demokratischen Gesellschaft in Bosnien-Herzegowina im Licht der Enzyklika Pacem in Terris. Dissertation am Institut für Ethik und Gesellschaftslehre, Graz: Eigenverlag 2010.

Begutachter:

Univ.-Prof. Dr. Leopold Neuhold, Univ.-Prof. DDr. Walter Schaupp

 

Abstract

Das Pontifikat von Papst Johannes XXIII. war in besonderer Weise einzigartig in der Kirchen- sowie in der Zeitgeschichte. Es war von der ständigen Möglichkeit eines Kriegsausbruches geprägt. Der sogenannte Kalte Krieg war eine große Bedrohung für die ganze Menschheit. Der Anstoß für die Abfassung der Enzyklika "Pacem in terris" erwuchs aus dem Wunsch nach wahrem Frieden unter den Menschen und Nationen. Die Enzyklika wurde im Jahr 1963 veröffentlicht und wird mit Recht als "Friedensenzyklika" bezeichnet. Sie beschäftigt sich unter anderem mit den Menschenrechten bzw. mit den Rechten, die dem Einzelnen im Staat, in dem er lebt, gewährleistet werden sollen. Die Einzigartigkeit dieser Enzyklika liegt in der Tatsache, dass Papst Johannes XXIII. der erste war, der sich in seinem Schreiben an alle Menschen guten Willens wendet. Die Hauptpunkte der Enzyklika sind: Gott ist der Garant und Grund der sittlichen Ordnung; die Würde des Menschen; das Naturrecht als eine Grundlage von Rechten und Pflichten, die den Frieden erreichen helfen; das Gemeinwohl der ganzen menschlichen Gemeinschaft. Die vier Postulate, auf denen Papst Johannes XXIII. einen Frieden bauen wollte, sind: Wahrheit, Gerechtigkeit, Liebe und Freiheit. All diese Wertkategorien sind wegen des Krieges in Bosnien-Herzegowina zerstört worden. Die Katholische Kirche in diesem Land konnte nicht schweigen und die Ungerechtigkeit, die der ganzen Bevölkerung zugefügt worden war, nur beobachten. Sie erhob ihre Stimme und rief unermüdlich zum Frieden, zu einer Koexistenz, die sowohl auf demokratischen Prinzipien der modernen 13 Welt als auch auf den vier Postulaten, die Papst Johannes XXIII. immer vor Augen hatte, basieren soll. Die Katholisch Kirche verbindet deswegen die Enzyklika von Papst Johannes XXIII. mit dem Hauptbedürfnis der Menschen in diesem Landes, in einer friedlichen Umgebung leben zu dürfen.

Dr.theol. Anton Josef Simon

Das Auditive im biblischen und gnostischen Horizont.

Begutachter:

Ao.Univ.-Prof. DDr.in Theresia Heimerl, Ao.Univ.-Prof. Dr. Erich Renhart

 

Abstract

Sehen und Hören stellen zwei unterschiedliche Weisen der Weltergreifung dar. Der Mensch ist ein soziales Wesen, dem sich die Wirklichkeit durch sprachliche Kommunikation erschließt. Das Wort ist wirksam, insoferne es als Sprechhandlung Zustände schafft. Die Wirkmacht des Gotteswortes zeigt sich eindrucksvoll in Gen 1,1-2,4a. Im Gegensatz zu den griechischen Göttern kann der Gott Israels nur gehört werden. Die jüdische Religion ist maßgeblich vom Gehorsam gegenüber der Stimme Jahwes gekennzeichnet. Die Propheten Israels sind von Gott gerufene Boten, die dem Volk ein Gotteswort übermitteln. Das früheste Christentum verstand unter dem Begriff "Evangelium" eine mündliche Heilsbotschaft. Paulus betont, dass der Glaube im Hören grundgelegt ist. Erst später wurde "Evangelium" zu einem Gattungsbegriff. In den synoptischen Evangelien ergeht Jesu dringlicher Ruf in seine Nachfolge. Von Aussaat und Aufnahme des Wortes Gottes handelt das berühmte Gleichnis vom Ackerboden. Das Johannesevangelium bezeugt die Menschwerdung des ewigen, göttlichen Wortes und betont, dass der Mensch nur durch Annahme der Worte Jesu ewiges Leben empfangen kann. Auch die Berufung des Mani wird nach dem Kölner Mani-Kodex als ausgedehnter Dialog zwischen Mani und einem Engel geschildert. Der Auserwählte gründet hierauf eine prophetische und gnostische Religion. Die asketische Kirche Manis besteht aus "Auserwählten" und "Hörern". Die manichäischen Mythen kennen einen Weckruf, durch den eine Erlösergestalt die in der Materie gefangene Lichtseele befreit. Ein wesentlicher Unterschied zwischen Christentum und Gnosis besteht in der Alternative von personalem 15 Glauben im Sinne einer Beziehung zum dreifaltigen Gott und (selbst)erlösendem Wissen darüber, dass die menschliche Seele ein Teil des göttlichen Lichts ist.

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