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Dissertationen 2011

Dr.theol. Johannes Huber

Der Ministrantendienst. Historische und aktuelle Aspekte.

Begutachter:

Univ.-Prof. Dr. Basilius J. Groen, Univ.-Prof.Dr. Rainer Bucher

 

Abstract

Der Ministrantendienst ist trotz seiner zentralen Bedeutung in der Eucharistiefeier ein theologisch wenig reflektierter Dienst, wobei insbesondere die liturgiewissen­schaftliche Betrachtung oft zu kurz kommt. Unter den Experten kursieren teils divergierende Meinungen hinsichtlich des Verständnisses dieses Dienstes. Dies wird noch durch bestehende liturgische und liturgierechtliche Unklarheiten verschärft. Zudem ist eine gewisse Diskrepanz zwischen (a) den Verordnungen der liturgischen Bücher und des kanonischen Rechtes, (b) den Erkenntnissen der Liturgiewissen­schaft und (c) der geübten Praxis in den Pfarren festzustellen. Um der Wurzel dieser Missverständnisse auf den Grund zu gehen, werden in dieser Dissertation in einem ersten Schritt die Entstehung und Entwicklung des Ministrantendienstes ? insbesondere im lateinischen Westen ? dargestellt. Im Blick auf die Gegenwart werden aktuelle Aspekte dieses Dienstes in der römisch-katholischen Kirche behandelt. Der religions­soziologische Kontext, in den dieser Dienst eingebettet ist, wird dargelegt und ein Profil des Ministrantendienstes gezeichnet. Dabei werden folgende Fragen geklärt: Ist der Ministrantendienst ein Laien- oder Klerikerdienst? Sind die Ministranten und Ministrantinnen auch Mitträger/innen der Liturgie? Wie sehen die offiziellen Zulassungsbedingungen für diesen Dienst aus? Gibt es eine Altersober- bzw. Untergrenze? Ist der Ministrantendienst noch immer eine Hin­führung zum Priestertum? Ein weiterer Aspekt sind praktisch-liturgische Fragestellungen wie der liturgische Ort, die liturgischen Gewänder und die Aufgaben innerhalb der Eucharistiefeier. Schließlich werden in dieser Arbeit einige aktuelle liturgische Problemstellungen bezüglich des Ministrantendienstes behandelt und Lösungsansätze dargelegt. Diese Doktorarbeit ist insbesondere als Anregung und Reflexions­grundlage für alle Verantwortlichen in der Ministrantenpastoral und der Liturgie gedacht.

Dr.in theol. Nina Kogler

GeschlechterGeschichte der Katholischen Aktion im Austrofaschismus. Diskurse − Strukturen − Relationen.

Begutachter:

Ao.Univ.-Prof. Dr.in Michaela Sohn-Kronthaler, Ao.Univ.-Prof. Dr.in Anita Prettenthaler-Ziegerhofer

 

Abstract

Die vorliegende Arbeit widmet sich der Geschichte der Katholischen Aktion zur Zeit des Austrofaschismus mit geschlechterkategorialer Herangehensweise. Bestimmend für religiöse Praktiken und pfarrliches Leben dieser Zeit war die Katholische Aktion. Sie nahm als Leitidee sowie in organisatorischer Ausformung den kirchlichen Raum ein. Als zentrales Anliegen postulierte sie das Miteinbeziehen der Laiinnen in die hierarchische Struktur der Kirche. Transformationsprozesse in ihrer Positionierung werden vor dem Hintergrund von Diskursen zu Zweigeschlechtlichkeit, Männlichkeit und Weiblichkeit analysiert, Glaubensleben und religiöse Praxis werden entlang von Geschlechtermarkierungen an der Katholischen Aktion der Diözese Seckau exemplifiziert. Der Austrofaschismus wird dabei nicht nur als zeitlicher Rahmen, sondern ebenfalls in seinen strukturellen Rahmenbedingungen und Beziehungen zur katholischen Kirche untersucht. Die komplexen Verbindungen von Kirche und Staat im austrofaschistischen Österreich kommen dabei besonders am Beispiel der staatlichen und kirchlichen Frauenorganisationen der Zeit in den Blick.

Dr.theol. Markus Löhnert

"Zahlt es sich aus, eine Fundamentalistin zu werden?". Eine religionssozio­logische Auseinandersetzung mit dem christlichen Fundamentalismus in den USA bei Frauen vor dem Hintergrund der "Rational Choice Theory"

Begutachter:

Ao.Univ.-Prof. Dr. Kurt Remele, Ao.Univ.-Prof. DDr. Theresia Heimerl

 

Abstract

In der Folge der Ereignisse des 11. Septembers 2001 verschwanden in der öffentlichen Debatte um religiösen Fundamentalismus jene extrem konservative Gruppierungen innerhalb der evangelikalen Christinnen und Christen aus dem Blickfeld, die sich im 20. Jahrhundert bereits zwei Mal u.a. für ein flächendeckendes Verbot der Evolutionslehre an den Schulen Amerikas und für die Abschaffung des Aufklärungsunterrichts im Rahmen der Sexualerziehung eingesetzt hatten. Die Bibel ist für sie nicht nur ihre Heilige Schrift, sondern sie ist Wort für Wort, wie sie ihnen (in einer Übersetzung, wohlgemerkt) vorliegt, Gottes Wort, an das sie sich auf Punkt und Beistrich halten. Nur wer den christlichen Glauben nach genau diesen Grundsätzen lebt, wird von ihnen als wahre Christin, als wahrer Christ akzeptiert und hat ihrer Ansicht nach eine realistische Chance, bei der Wiederkunft Christi erlöst zu werden. Ihre Kirchen sind streng hierarchisch strukturiert und nur Männer haben Zutritt zu leitenden Funktionen innerhalb der Gemeinden. So verwundert es doch sehr, dass sich ungeachtet der großen Vielfalt an religiösen „Angeboten“ auf dem „Markt“ in den USA, in denen Frauen eine Vielfalt von Möglichkeiten zur Leitung und Verantwortung eingeräumt bekommen, dennoch erstaunlich viele Frauen in solchen Gemeinden aktiv engagieren. Im Rahmen dieser Dissertation wurde der Frage nachgegangen, warum sich Frauen gerade für eine fundamentalistische Bibelkirche entschieden haben und worin für sie die Motivation liegt, an dieser Entscheidung festzuhalten und auch andere davon überzeugen zu wollen. Besonders für Frauen stellt sich in diesem Zusammenhang ja eine spezielle Motivationsfrage, da ihnen allein aufgrund der Tatsache, dass sie Frauen sind, erhebliche Einschränkungen auferlegt werden. Den Hintergrund für diese Untersuchung lieferte die 7 „Theory Of Religion“ zweier US-amerikanischer Soziologen, die auf Basis der Grundannahme, dass sich die Gesetze der Ökonomie (die von einem direkten Zusammenhang zwischen Angebot und Nachfrage und einem großen Einfluss des persönlichen Vorteils auf die jeweilige Produktentscheidung ausgehen) auch auf den Bereich religiöser Entscheidungen anwenden lassen. Anhand von Interviews mit sieben Fundamentalistinnen, die im Rahmen einer Feldstudie im April 2010 in einer fundamentalistischen Bibelkirche im Bundesstaat Maryland durchgeführt wurden, werden zum Einen die Grenzen der Anwendbarkeit dieser „Rational Choice Theory“ sichtbar gemacht und wird zum Anderen der Versuch unternommen, Antworten auf die Frage nach dem „Warum?“

Dr.theol. Florian Mittl

Hoffnung als anthropologische Grundkategorie. Fundamentaltheo-logische Zugänge in Anlehnung an Gabriel Marcel.

Begutachter:

O.Univ.-Prof. Dr. Gerhard Larcher, Univ.-Prof. Dr. Leopold Neuhold

 

Abstract

Ziel dieser Arbeit ist die Entwicklung einer zum Glauben führenden und auf Hoffnung basierenden Heuristik der Erkenntnis, welche dem objektiven und abstrakten Wahrheits­begriff der positivistischen Wissenschaften eine pathisch erfahrene Wahrheit glaubhaft gegenüberzustellen im Stande ist. Fragen nach dem Sinn sowie damit einher­gehenden Letztbegründungen müssen auf Ebene des Subjekts entschieden werden, ohne dabei in einen wiederum unbegründeten Subjektivismus zu entarten. Die Vernünftigkeit des Glaubens als klassische Frage der Fundamentaltheologie soll fern von jeder extrinsezis­tischen Apologie neu begründet werden, indem im Menschen nach Spuren und Schnitt­stellen letzten Sinns gesucht wird. Als Hauptbezugspunkt dient das Werk Gabriel Marcels (1889-1973), welches in drei Kapiteln erschlossen wird. Über das Durchdeklinieren menschlicher Kernerfahrungen gelangt Marcel zu einem Begriff von Hoffnung als Modus der Erkenntnis - die im menschlichen Tun grund­gelegte immanente Transzendenz ermöglicht einen (fakultativ bleibenden) Zustand der Hoffnung auf einen letzten Grund. Auf einen erstphilosophisch orientierten Durchgang durch Marcels Denken im ersten Kapitel folgt im zweiten Kapitel eine Analyse der konkreten Realisierung dieser "Hoffnung, die Gründe nennt" (Vgl. 1 Petr 3,15) im Zeugnis. Das Zeugnis fungiert als ontologische Schnittstelle zwischen Bedingtem und Unbedingtem und ist Ausdruck einer die Lebenspraxis verändernden Beziehung. Dabei dient Hansjürgen Verweyen als komplementärer Ge­sprächs­partner Marcels, wodurch eine Einordnung Letzteren in einen größeren theologie- und philosophiegeschichtlichen Kontext gewährleistet ist.

Dr.theol. Mathew T. Thazhathukunnel

A Pastoral Theological Approach to Interreligious Dialogue. An Empirical Study of Christian-Muslim Dialogue in Tanzania.

Begutachter:

Univ.-Prof. Dr. Rainer Bucher, Univ.-Prof. Dr.in Ulrike Bechmann

 

Abstract

Peace is something that we all desire in our daily life. Several factors contribute to the world peace. Religions also play a pivotal role in making or breaking peace in our society. The vertical and horizontal dimensions of Christianity and Islam, i.e. love of God and love of neighbour (Mt. 22: 37-40; Quran 2:177) provide an atmosphere of peaceful coexistence and religious harmony amidst the plurality of religions. Unfortunately these vital dimensions of religions are overshadowed by misunderstandings and prejudices which lead to religious intolerance and conflicts. Such a situation calls for an interreligious dialogue to foster mutual respect and trust. This study “The Pastoral theological approach to interreligious dialogue” is aimed at promoting interreligious dialogue at the grass root level. The context of this study is Christian-Muslim relations in Tanzania. The first chapter reflects the religious situation in Tanzania by analysing the African Traditional Religion and the emergence of Islam and Christianity in Tanzania. It provides a detailed history of Christian-Muslim relations under different colonial regimes and in the post independent era. The contextual study points out the precarious relationship between Christians and Muslims in Tanzania. The second chapter reviews the history and development of Christian-Muslim dialogue in Tanzania.

The third chapter illustrates the bases of interreligious dialogue from a biblical, Trinitarian, Christological, Pneumatological and anthropological perspective. The chapter further reviews the magisterial teachings on Christian-Muslim dialogue in the pre and post Vatican era. The fourth chapter is devoted to the empirical study of interreligious dialogue in Tanzania. The empirical study makes use of the qualitative research method 11 of expert interview. The analyses of interviews are based on the grounded theory. It analyses the context of Christian-Muslim relations, the phenomena of interreligious dialogue in Tanzania, the causal conditions for dialogue, and provides action strategies for promoting dialogue. The fifth chapter is based on the reflection of the empirical study. The action strategies are further developed from a pastoral perspective. This chapter reflects on the role of pastoral theology in promoting interreligious dialogue. It says that interreligious learning is vital for improving Christian-Muslim relations in Tanzania. A pastoral dialogue provides Christians to implement interreligious dialogue at the grass root level. It further says that an inculturated dialogue would help the Christians and Muslims to promote dialogue from an African cultural perspective. Interreligious dialogue is the sign of the time in Tanzania, as it can promote mutual respect, religious harmony and national unity. Religions can make this world a peaceful place, if they adhere to the fundamentals of their religions. Christians and Muslims are invited to practice love and mercy courageously in their daily lives witnessing to the one God whom they worship.

DR.in theol. Katharina Zimmerbauer

"Wer sein Menschsein ganz annimmt ...". Das Kreuz als Existential christlicher Nachfolge und kirchlichen Selbstvollzugs bei Karl Rahner.

Begutachter:

O. Univ.-Prof. Dr. Bernhard Körner, Univ.-Prof. Dr. Rainer Bucher

 

Abstract

Meine Dissertation arbeitet den spezifischen Beitrag d. deutschen Theologen Karl Rahners (1904-1984) zu einer zeitgemäßen Theologie der Kreuzesnachfolge heraus. Christliches Leben lässt sich als tägliches Antworten auf den Ruf Jesu in seine Nachfolge beschreiben. Weil diese Nachfolge Jesu das menschliche Leben in all seinen Dimensionen umfasst, gehört sie zum Kern christlicher Spiritualität. Zugleich handelt es sich um einen vieldeutigen Begriff, der schon zur Zeit des Neuen Testaments in unterschiedlichen Schattierungen verwendet wurde und eine Fülle an Themen in sich birgt - exemplarisch sei der schillernde Begriff der Imitatio Christi genannt. Wenn schließlich die Rede auf die Rufe Jesu in die Kreuzesnachfolge kommt (vgl. Mk 8,34 par.), so wird deutlich, dass man sich in einem Brennpunkt theologischer Diskurse befindet: Die Rede vom Kreuz steht im Zentrum der christlichen Botschaft - und zugleich, aufgrund langer unheilvoller Traditionen der Instrumentalisierung des Kreuzes, am Prüfstand. Vor diesem Hintergrund untersucht die Dissertation Karl Rahners Konzeption christlichen Lebens als Nachfolge des Gekreuzigten. Er geht dabei vom Gedanken der Annahme des eigenen Menschseins in all seinen Facetten aus - als Nachvollzug der liebenden Annahme des Menschen durch Gott, die in der Inkarnation Jesu Christi geschehen ist und als deren Höhepunkt Rahner das Kreuz betrachtet. Gerade anhand dieses Themas lässt sich zeigen, dass das oft gehörte Vorurteil, bei Rahner lasse sich keine Kreuzestheologie finden, im Letzten nicht haltbar ist. Zwar hat er tatsächlich keine systematische theologia crucis 13 entworfen, doch spielt das Kreuz in seiner Theologie in den unterschiedlichsten Themenbereichen - und besonders in Bezug auf christliches und kirchliches Leben - eine entscheidende Rolle. Um das Vorurteil der fehlenden Kreuzestheologie zu entkräften, verknüpft die Dissertation die Forschungsergebnisse verschiedener Arbeiten der letzten Jahre miteinander. Ihr wichtigster Gesprächspartner sind aber stets die Schriften Rahners selbst, anhand derer seine (Kreuzes-)Nachfolgekonzeption herausgearbeitet wird. So kann gezeigt werden, dass sich etwa hinter seiner Rede vom Sterben mit Christus als Grundzug christlichen Lebens ein zeitgemäßerer Ansatz verbirgt, als es das erste Hinsehen glauben macht: Es geht ihm um eine Grundhaltung der Offenheit gegenüber Gott, dem unheimlichen und absoluten Geheimnis, die das ganze Leben hindurch eingeübt werden will. Vorbild und Ursache dieser Haltung ist Jesus in seinem vertrauenden Zugehen auf seinen Tod, der ihm die dunkelste Nacht der Gottverlassenheit bedeutete. Die Arbeit weitet die Fragestellung schließlich auf die Bedeutung des Kreuzes für Rahners Kirchenbild aus: Lässt sich die Kirche ausgehend von seiner Konzeption als Nachfolgegemeinschaft Jesu des Gekreuzigten begreifen? Gilt der Ruf Jesu in seine Nachfolge nur einzelnen Individuen in der Kirche - oder der Kirche als Kollektiv? Und welche Konsequenzen für das Handeln der Kirche lassen sich aus diesem Ruf ableiten?

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