Ende dieses Seitenbereichs.

Beginn des Seitenbereichs: Inhalt:

Dissertationen 2012

Dr.theol. János Fodor

Modernes Management als Grundlage der erfolgreichen Diakonietätigkeit Konzepte und Entwicklungsschritte für den Aufbau der Notfallseelsorge in Ungarn.

Begutachter:

Univ.-Prof. Dr. Rainer M. Bucher, Univ.-Prof. Dr. Leopold Neuhold

 

Abstract

Das Ergebnis dieser Arbeit ist die Erkenntnis, dass die Beschreibung und Evaluierung eines Segments der Kategorialseelsorge, der NFS Organisationen, nicht nur durch die gewohnte theologische Annäherung, sondern auch mit den Untersuchungsmethoden marktorientierter Gesellschaften evaluiert gehören, und zwar im Blick auf die bereits angesprochene Differenz zwischen den Wertesystemen der Gesellschaft und der Diözesen. Eine Evaluierung auf Marktbasis gibt Antworten auf die Beurteilung der breiteren Massen der Gesellschaft. Die erste handfeste Konsequenz der Wertedifferenz zwischen theologischen Ansätzen und ökonomischen Ansätzen des Marktes war, dass die Theologie meine Doktorarbeit mit Zurückhaltung empfangen und meine Ergebnisse mit Unverständnis aufgenommen hat bzw. meinen Forschungen kaum fachlichen Beistand leisten konnte. Für meine Arbeit wurden Interviews mit KoordinatorInnen operierender NFS Organisationen aufgearbeitet, die entweder Hauptangestellte bei Diözesen oder Freiwillige bei von Kirchen ins Leben gerufenen Institutionen waren. Die Angestellten haben dabei die konkreten Aktivitäten ihrer Organisationen, die Einstellung der Gruppe und Kirche zu den NFS-Aktivitäten, sowie sonstige Betriebsumstände im Rahmen der Interviews skizziert. Die Befragten haben zumeist über Aktivitäten gesprochen, bei denen Kirchenangestellte mit Freiwilligen sowie der öffentlichen Hand zusammenarbeiten. Bei den Interviews wurden die NFS-Modelle mithilfe der so genannten SWOT Analyse aufgearbeitet. Sie wurde für die Analyse von MarktakteurInnen entwickelt. Anschließend konnte mit der Benchmarking-Methode ein Vergleich von Resultaten verschiedener Organisationen ausgearbeitet werden. Am Ende der Analyse wurde durch die ebenfalls bei MarktakteurInnen angewandte Methode des Logframe-Projektmanagements gezeigt, wie ein ungarisches NFSModell nach deutschem und österreichischem Beispiel geschaffen werden kann. Über die gesamte Arbeit war ich bemüht, theoretische Grundlagen mit meinen persönlichen Erfahrungen zu bereichern, aber in Verbindung mit der Rotschlammkatastrophe bei Kolontár-Devecser bekam ich durch die Aufgaben als Seelsorger vor Ort Impulse, welche meine Vorstellungen über die Notwendigkeit und Rolle der NFS dramatisch verstärkt haben.

Dr.in theol. Gertraud Harb

Die eschatologische Rede des Spruchevangeliums Q. Redaktions- und traditionsgeschichtliche Studien zu Q 17,20-37.

Begutachter:

Univ.-Prof. Dr. Christoph Heil, Univ.-Prof. Dr. Gerd Häfner

 

Abstract

Entsprechend der weithin anerkannten Zweiquellentheorie wurde das so genannte Spruchevangelium Q von Matthäus und Lukas neben dem Markusevangelium als "zweite Quelle" in ihren Evangelien verarbeitet. Diese Sammlung von Jesus-Worten stellt einen sehr frühen eigenständigen Strang judenchristlicher Überlieferung dar. Neben dem Markusevangelium ist Q als wichtigste Quelle zur Rekonstruktion der Verkündigung und des Wirkens Jesu anerkannt. In dieser Untersuchung geht es darum, einen oft nicht näher behandelten und leicht vernachlässigten Teil des Spruchevangeliums Q näher zu analysieren: Q 17,23-37 (Lk 17,23-37 par. Mt 24,26-28.37-41). Dazu wird zunächst die Rekonstruktion und Auslegung dieses Textes näher erläutert; ein Manuskript von Q wurde ja bisher nicht gefunden, und der Q-Text muss daher aus dem Lukas- und Matthäusevangelium rekonstruiert werden. Anschließend wird die Traditions- und Kompositionsgeschichte von Q 17,23-37 analysiert. Danach geht es in einem weiteren Schritt darum, die Beobachtungen zu Q 17,23-37 in die Redaktionsgeschichte des gesamten Spruchevangeliums einzuordnen. Schließlich ist die Entstehungsgeschichte von Q in der europäischen Forschung stark umstritten. Im Gegensatz zur amerikanischen Forschung folgen nur wenige dem von J.S. Kloppenborg in dessen "Formation of Q" vorgeschlagenen Modell von drei formgeschichtlich unterschiedenen Schichten in Q (Q1, Q2 und Q3). Q 17,23-37 wird mit seinen Menschensohn-Worten und seiner Eschatologie trotzdem häufig relativ rasch einem Modell zugeordnet, ohne dass auf die Probleme und die eigentliche Spannung des Textes näher eingegangen würde. In der vorliegenden Arbeit wird die eschatologische Rede genau nach Brüchen und Schwierigkeiten untersucht, bevor der Text mit seiner Entstehungsgeschichte dann versuchsweise in verschiedene Modelle eingepasst wird. Insgesamt wird als Ergebnis dieser Studie das Modell der deuteronomistischen "Menschensohn-Redaktion" von P. Hoffmann als plausibelstes Modell für das Spruchevangelium herausgestellt, wobei aber in einzelnen Punkten von der Darstellung Hoffmanns abgewichen wird. So wird angenommen, dass Q 6,22-23 (und 12,8-9) schon vorredaktionell im Spruchevangelium vorhanden waren. Diese Worte werden von der Redaktion dann nur noch kommentiert. Insgesamt ist es aber recht wahrscheinlich, dass es eine spätere eschatologisch und deuteronomistisch geprägte Redaktion gab, in der die Menschensohn-Worte eine besondere Bedeutung hatten. Dabei nimmt diese Menschensohn-Redaktion relativ frei auch ältere Stoffe in das Spruchevangelium auf. Während die noch wenig entwickelte Christologie in Q vor allem von der "Menschensohn"-Konzeption geprägt ist, wird der "Christus"-Titel merkwürdig distanziert behandelt. In der Versuchungsgeschichte und in Q 17,23 kann man zwar messianische Anklänge erkennen, zumindest diese Formen der Messiaserwartung werden in Q jedoch immer negativ bewertet. Verbunden mit der Redaktionsgeschichte ist auch die schwierige Frage der Datierung des Spruchevangeliums. Die eschatologische Rede wird einerseits besonders früh (G. Theißen), andererseits aber auch eher spät bzw. in ihrer Endfassung bereits nach dem jüdisch-römischen Krieg eingeordnet (M. Myllykoski). In der vorliegenden Untersuchung werden die Ergebnisse zur eschatologischen Rede des Spruchevangeliums in Bezug auf die Thesen P. Hoffmanns ausgewertet, um eine möglichst plausible Abfassungszeit von Q zu bestimmen. Insgesamt darf man eine Nähe zum jüdisch-römischen Krieg vermuten, ein klares Indiz für einen bereits begonnen Krieg gibt es im Spruchevangelium aber nicht. Am ehesten wird es in den sechziger Jahren des ersten Jahrhunderts verfasst worden sein.

Dr.theol. Franz Hasenhütl

Die Domkapitel in Österreich nach dem CIC/1983 Statutenreform und aktuelle Rechtsgestalt.

Begutachter:

O.Univ.-Prof. Dr. Johann Hirnsperger, O.Univ.-Prof. Dr. Bernhard Körner

 

Abstract

Im ersten Kapitel der Arbeit werden die historische Genese und die rechtliche Stellung der Domkapitel von ihren Anfängen im Altertum über entscheidende Weichenstellungen im Mittelalter und auf dem Konzil von Trient (1545-1563) bis hin ins 19. Jh. skizziert. Der zweite Teil hat die Normen zu den Kathedralkapiteln im CIC/1917 zum Gegenstand. Daran schließt im dritten Kapitel eine Analyse der einschlägigen Dokumente des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) hinsichtlich der Aussagen zu den Domkapiteln an. Hierauf wird die nachkonziliare Rechtsentwicklung in den Blick genommen, in der die wesentlichen Linien und Vorgaben des nunmehr in Geltung stehenden Kanonikerrechts entwickelt und konkretisiert wurden. Der vierte Teil behandelt das allgemeine Kanonikerrecht des CIC/1983. Diese Normen bilden die Grundlage für die geltenden Statuten der Domkapitel. Sehr ausführlich kommt im fünften Kapitel der Arbeit das aktuelle Statutenrecht der österreichischen Domkapitel in den Blick. Die Regelungen der einzelnen Kathedralkapitel werden in einer vergleichenden Zusammenschau systematisch dargestellt, analysiert sowie auf Tendenzen des eigenen Selbstverständnisses hin befragt. Der sechste Teil der Arbeit hat das Domkapitel von Brixen zum Gegenstand, das nicht dieselben partikularkirchlichen Vorgaben wie die österreichischen Domkapitel zu beachten hat und sich im Statut ein spezielles Profil zu geben vermag. Abschließend werden die Statuten kritisch gewürdigt und Überlegungen für künftige Statutenreformen angesprochen. Im Anhang werden bislang nicht publizierte Ordnungen und Rechtstexte ähnlicher Art beigefügt, soweit sie von den Domkapiteln zur Verfügung gestellt wurden und als Ergänzung zu den Statuten dienen.

Dr.iur. Dr.phil. Adolf PETER, LL.M., MA

Tea Party und Evangelikalismus - Die Entwicklung bis zum Präsidentschaftswahlkampf 2012

Begutachter:

Ao.Univ.-Prof. DDr. Theresia Heimerl; Univ.-Prof. Dr. Kurt Remele

 

Abstract

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Verflechtung von Religion und Politik in den USA. Der Autor konzentriert sich auf die Tea Party, die Evangelikalen bzw die Christian Right und die republikanische Partei. Der erste Teil der These besagt, dass die Tea Party ein verlängerter Arm der Christian Right bzw überhaupt die neue Christian Right ist. Der zweite Teil der These bekräftigt die Signifikanz der Christian Right bzw der Evangelikalen für die republikanische Partei: Ohne die zahlenmäßig hohe Unterstützung der Evangelikalen ist ein Wahlsieg bei den Präsidentschaftswahlen nicht realisierbar. Der erste Teil der These konnte zum überwiegenden Teil bestätigt werden. Die Tea Party ist als eine neue überwiegend aus weißen Christen bestehende konservative Graswurzelbewegung? eine neue Christian Right, die primär auf ökonomische und libertäre Themen (individuelle Freiheit, Kapitalismus, freies Unternehmertum, limited government und constitutional conservatism) setzt, die mit den christlichen Werten, so wie sie die meisten Evangelikalen interpretieren, vereinbar sind ? zu betrachten. Die Tea Party besteht neben den traditionellen Familienorganisationen der Christian Right. Die Tea Party wird aber nicht von den Anführern der traditionellen Christian Right kontrolliert oder dominiert, weswegen sie nicht der verlängerte Arm der traditionellen Christian Right ist. Der zweite Teil der These hat sich bewahrheitet. Die Evangelikalen sind der größte republikanische Wählerblock. Die Evangelikalen sind für die Republikaner vor allem bei den Vorwahlen ein entscheidender Faktor, weshalb es gerade dort regelmäßig zu einem Rechtsruck kommt. Bei Präsidentschaftswahlen sind die Evangelikalen nur dann wahlentscheidend, wenn es sich um knappe Wahlen handelt. Die Christian Right übt weiterhin einen wesentlichen Einfluss auf die republikanische Partei aus. Die für die Christian Right zentralen Themen konnten bis dato aber nicht gesetzlich umgesetzt werden.

Dr.in Gerhild G. Wrann

Megaphon-Uni. Bildung für Menschen in sozial schwierigen Lebenslagen.

Begutachter:

Univ.-Prof. Dr. Leopold Neuhold, Ao.Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Weirer

 

Abstract

Im Rahmen der Forschungsarbeit Bildung für Menschen in sozial schwierigen Lebenslagen am Beispiel der integrativen Bildungsreihe Megaphon-Uni wurde erhoben, welche Bildungsparadigmen den gegenwärtigen nationalen und europäischen Diskurs prägen und welche Rückschlüsse auf gesellschaftliche Entwicklungen diese erlauben. Im Zentrum der Arbeit steht die Untersuchung der positiven und negativen Auswirkungen der dominierenden Bildungsauffassung auf bildungsferne Gruppen sowie Menschen mit brüchigen Bildungsbiographien. Worin liegen die integrativen Chancen und wodurch kommt es zu sozialer Segregation? Diese Fragen wurden anhand der integrativen Bildungsreihe Megaphon-Uni untersucht, die seit 2004 im Rahmen einer Kooperation zwischen Caritas Steiermark und dem Zentrum für Weiterbildung der Karl-Franzens-Universität Ringvorträge in Grazer Sozialeinrichtungen anbietet. Die Ziele der Arbeit sind es, zu klären, auf welche gesellschaftlichen Entwicklungen mit der Bildungsreihe Megaphon-Uni reagiert wird, welche Funktionen Bildungsangebote wie dieses in unserer Gesellschaft übernehmen, ob und wie Bildungsangebote wie die Megaphon-Uni bildungsferne Gruppen erreichen und inwiefern die Megaphon-Uni verändert werden muss, um zu einer integrativen Bildungsreihe für Menschen in sozial schwierigen Lebenslagen zu werden.

Ende dieses Seitenbereichs.

Beginn des Seitenbereichs: Zusatzinformationen:

Ende dieses Seitenbereichs.