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Dissertationen 2016

Dr.theol. Jan Gejdos

Die Gottes- und Schöpfungslehre auf dem Ersten Vatikanischen Konzil.

Begutachter: 

o.Univ.-Prof. Dr. Bernhard Körner

 

Abstract

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Ersten Vatikanischen Konzil (1869-1870) und insbesondere mit dem ersten Kapitel seiner Konstitution Dei Filius. Diese Konstitution besteht insgesamt aus vier Kapiteln, von denen das erste mit dem Titel Gott, der Schöpfer aller Dinge den Themen der Gotteslehre und der Schöpfungslehre gewidmet ist. Das Konzil bemühte sich, auf die aktuellen philosophischen und theologischen Strömungen zu reagieren, wobei es sein Augenmerk außer dem Rationalismus, Semirationalismus, Naturalismus, Protestantismus, Deismus, Fideismus und Ontologismus vor allem den zahlreichen Erscheinungsformen des Pantheismus zuwandte. Im Hinblick auf die von ihnen vertretenen Ansichten, welche von der traditionellen Gottes- und Schöpfungslehre abwichen, bemühten sich die Konzilsväter und -theologen, diese zwei fundamentalen dogmatischen Gebiete in ihre besondere Obhut zu nehmen. Das Konzil sprach Gott zur Charakterisierung seines Wesens eine Reihe von Eigenschaften zu, wie etwa 'einer', 'wahrer', 'lebendiger', 'unermesslicher', 'vollkommen an Intelligenz und Willen'. Die Auswahl dieser Eigenschaften weist darauf hin, wie das Konzil Gott verstand und worauf es den Akzent setzte. Zugleich berührte das Erste Vatikanum auch die Schöpfungs-lehre, und dies in mehrfacher Hinsicht. Das erste Kapitel der Konstitution Dei Filius erörtert die Ursache der Erschaffung der Welt und der Engel ebenso wie die absolute Freiheit des göttlichen Schöpfungsaktes. Außerdem nahm das Konzil auch den Menschen in den Blick, die für ihn konstitutive Verbindung der Seele mit dem Körper, seine Freiheit im Handeln sowie den Zweck des Menschen und des gesamten Universums. In der Arbeit wird deutlich gemacht, wie vor allem die das Konzil prägenden Persönlichkeiten die aktuellen Probleme verstanden, zu welchen Lösungen sie fanden und welche unter-schiedliche Positionen sie mitunter einnahmen, wobei diese oft in der verschiedenen Herkunft der Konzilsväter begründet waren. Darüber hinaus wird die thematische Vielfalt der Gottes- und Schöpfungslehre des Ersten Vatikanums in einen weiter ausgreifenden theologie-geschichtlichen Kontext gestellt, der die einschlägigen Aussagen und die Vorbildwirkung früherer Konzilien ebenso mit einbezieht wie das wissenschaftliche Werk der tonangebenden Konzilstheologen. Den Abschluss der Arbeit bildet eine Darlegung der weiteren Entwicklung der Gotteslehre nach dem Ersten Vatikanischen Konzil bis zum Ende des 20. Jahrhunderts. Hier wird an den unterschiedlichen Konzepten der bedeutendsten neueren theologischen Autoren gezeigt, in welchem Maße und in welchen Teilbereichen die in Dei Filius entfaltete traditionelle Gotteslehre in jüngerer Zeit einem tiefgreifenden Wandlungsprozess unterzogen wurde.

Dr.theol. Iosif Radulescu

Kirche ohne Jugend?

Begutachter: 

Univ.-Prof. Dr. Leopold Neuhold

 

Abstract

Meine Arbeit basiert auf in Rumänien international und national durchgeführten soziologischen Studien und auf der Befragung von 420 Jugendlichen im Kreis Hermannstadt. Sie untersucht die Religiosität und das Verhältnis der Jugendlichen zur rumänisch-orthodoxen Kirche. Die rumänisch-orthodoxe Kirche ist die größte Kirche in Rumänien. Ihre Mission auf dem rumänischen Gebiet hat eine Geschichte von 2000 Jahren. In diesen Jahren hat sich eine starke Tradition durchgesetzt, die das religiöse Leben der rumänischen Gläubigen stark beeinflusst. Die orthodoxe Kirche als soziale Institution ist jedoch von den nach der Wende neu entstandenen sozialen, politischen und wirtschaftlichen Veränderungen in der rumänischen Gesellschaft stark betroffen. Von einer während des Kommunismus stark sozial isolierten Kirche werden eine immer größere Wahrnehmung ihrer sozialen Funktion und eine sichtbarere Präsenz in der Öffentlichkeit erwartet. Die rumänischen Jugendlichen haben auch ihre eigenen Erwartungen an die orthodoxe Kirche. Eine aktive geistliche Begleitung, eine wirksamere Jugendpastoral, eine intensive Erfüllung ihrer erzieherischen Rolle, mehr Offenheit und eine bessere Kommunikation zählen zu ihren Empfehlungen für die Verbesserung der Mission der Kirche. Die niedrige Teilnahme der Jugendlichen an Gottesdiensten deuten auf eine Religion „without belonging“, auf eine Tendenz zur starken Privatisierung des religiösen Lebens, aber auch auf ihre Unzufriedenheit mit der Jugendpastoral, mit der Aufmerksamkeit, die diese Altersgruppe von der Kirche bekommt. Trotz der niedrigen Beteiligung am liturgischen Leben der Kirche haben die befragten Jugendlichen in Hermannstadt großes Vertrauen in die Kirche, aber sie befinden sich in einem Erwartungszustand. Werden ihre Erwartungen nicht erfüllt, werden wir nicht nur über eine Kirche ohne Jugend, sondern auch über eine Kirche ohne Zukunft sprechen.               

Dr.theol. Matthias Rauch

Das Recht der Domkapitel in Bayern: die einschlägigen Canones des CIC/1983 und ihre statutarische Umsetzung im Bereich der bayerischen Kirchenprovinzen: Künftige Entwicklungsperspektiven.

Begutachter: 

Univ.-Prof. Dr. Johann Hirnsperger

 

Abstract

Das Rechtsinstitut der Kanonikerkapitel hat in Leben und Verfassung der Kirche eine lange Tradition. Dies zeigt der erste Teil der Arbeit in einem kurzen rechtsgeschichtlichen Überblick über Werden und Wandel der Domkapitel. Aus Klerikergemeinschaften an bedeutenden Kirchen entwickelten sich oft Zentren geistlichen Lebens und Gremien zur Unterstützung des Bischofs. Im Mittelalter hatten die Kathedralkapitel häufig das Recht der Bischofswahl und auch das gegenwärtig geltende Recht sieht nicht zuletzt in Konkordaten zentrale Aufgaben der Domkapitel in Leitung und Verwaltung der Bistümer vor. Anhand der einschlägigen Canones wird im zweiten Teil die geltende allgemeinkirchliche Rechtslage betreffend die Kanoniker und ihre Statuten detailliert dargestellt. Der Codex Iuris Canonici von 1983 nimmt die Ergebnisse des II. Vatikanischen Konzils und der postkonziliaren Rechtsentwicklung auf und legt einen verbindlichen Rahmen für die Organisation der Kapitel fest. Dieser ist jedoch sehr weit gefasst und muss durch partikularrechtliche Konkretisierungen in Form von Statuten gefüllt werden. Die Umsetzung der kodikarischen Vorgaben und ihre spezifische Weiterführung in den Statuten der Domkapitel in den Diözesen Bayerns wird im dritten Teil eingehend behandelt. Die Statuten der Domkapitel von München, Augsburg, Passau und Regensburg, Bamberg, Eichstätt, Speyer und Würzburg werden verglichen und einander gegenübergestellt, um so die jeweilige Eigenart und das Selbstverständnis der Kapitel sowie Gemeinsamkeiten und Unterschiede in ihrer inneren Verfassung zu erkennen. Weil die Statutenentwicklung einen Prozess darstellt, der immer weitergehen wird und muss, werden in einem letzten Teil Überlegungen für künftige Statutenentwicklungen angestellt. Ein Anhang dokumentiert die Statutentexte, die der Arbeit zu Grunde liegen, aber in dieser Fassung zum Großteil nicht publiziert worden sind.

Dr.theol. Martina Rennhofer

Rolle, Status und Selbstverständnis sikhistischer Frauen in Indien und Österreich.

Begutachterin: 

Univ.-Prof. Dr. Ulrike Bechmann

 

Abstract

Mit rund 25-27 Millionen Anhängern ist der Sikhismus die derzeit dritt größte monotheistische Religion der Welt. Entstanden durch Guru Nanak 1496 zur Bekämpfung sozialer Missstände wie zB des in der indischen Gesellschaft vorherrschenden Kastensystems, setzt sich der Sikhismus insbesondere für die Gleichberechtigung aller Menschen unabhängig ihrer Herkunft, Religion, Hautfarbe oder ihres Geschlechts sowie für die Einheit des gesamten Menschengeschlechts ein. Während die Situation vor allem für Frauen in Indien innerhalb des Islam und Hinduismus aufgrund frauenverachtender Traditionen wie Sati, Bride burning, Dowry death oder Honour killing zur damaligen Zeit besonders tragisch war, hob Guru Nanak durch die Lehre des Sikhismus den Status von Frauen und predigte die Gleichberechtigung von Mann und Frau in allen Bereichen des Lebens. Ganz besonders setzt sich die sikhistische Lehre seither für die Eliminierung des Kastensystems ein. Diese Arbeit fokussiert die Frage nach der aktuellen Rolle, dem Status und dem Selbstverständnis sikhistischer Frauen in Indien sowie nach ihrer Migration nach Österreich. Durch Führung 'ethnographisch-episodischer Interviews' mit sikhistischen Frauen im Punjab, dem indischen Gründungsbundesstaat des Sikhismus, sowie mit in Österreich lebenden Sikh-Frauen und unter Anwendung der Methoden der 'aktiv teilnehmenden Beobachtung' sowie der 'dichten Beschreibung nach Geertz' und der 'Ethnographie' war es möglich, zu den in dieser Arbeit präsentierten Ergebnissen über das Selbstbild sikhistischer Frauen in Indien und Österreich zu gelangen. Während sikhistische Frauen in Indien vor allem während der gurusalen Periode eine Aufwertung ihres Geschlechts erfuhren, verloren sie diese nach dem Tod des zehnten Gurus, Gobind Singh, wieder und der Einfluss der patriarchal geprägten hinduistisch-muslimischen indischen Gesellschaft verstärkte sich erneut auch auf die sikhistische Region des Punjabs. Erst seit einigen Jahren lässt sich innerhalb des Sikhismus eine zunehmende Rückbesinnung auf die ursprüngliche Lehre der Gurus hinsichtlich der Gleichberechtigung von Mann und Frau konstatieren und sikhistische Frauen in Indien sind in vielen Bereichen des Lebens bereits gut etabliert. Für sikhistische Frauen in Österreich ist die Frage der Gleichberechtigung eng mit dem Zeitpunkt ihrer Migration nach Österreich verbunden. Während die Migration und Integration in Österreich für Frauen der ersten Migrationsgeneration sehr schwierig gewesen sei und sie ihre Rolle und ihr Selbstverständnis neu ordnen hätten müssen, sei dies für die junge Generation – meist junge Mädchen, welche bereits in Österreich geboren oder in sehr jungen Jahren hierher migriert seien – leichter gewesen und sie hätten hier – nach eigenen Angaben – mit keinen bzw. nur wenigen Benachteiligungen aufgrund ihres Geschlechts zu kämpfen. Doch obwohl Frauen im Sikhismus sowohl in Indien als auch Österreich in vielen Bereichen des Lebens bereits Gleichberechtigung erfahren würden, so ist diese für Frauen auch innerhalb des Sikhismus – trotz ursprünglicher Lehre der Gurus – noch nicht (wieder) völlig erreicht.

Dr.theol. Barbara Maria Ursula Velik-Frank

Die Donaupriesterinnen „Danube Seven“. Grundlagen, Motive und Relevanz einer heterotopen Provokation.

Begutachter: 

Univ.-Prof. Dipl.theol. Dr.theol. Rainer Maria Bucher

 

Abstract

Vorliegende Dissertation beschäftigt sich mit dem Phänomen der „sieben Donaufrauen“, eine Gruppe katholisch sozialisierter Frauen, die sich 2002 auf einen Donauschiff, gegen das bestehende kirchliche Gesetz („contra legem“) zu katholischen Priesterinnen weihen ließen. Das Phänomen der Weihe „contra legem“ wird in fünf Kapiteln dargestellt. Die in den Kapiteln zwei und drei dargestellte soziologische Analyse, deckt den Zusammenhang zwischen katholisch-biographischer Prägung und die Rolle der katholischen Kirche als „inner-gesellschaftliches System“ mit einer eigenen Diskurspraxis auf. Als Motivationsfaktor der Weihe „contra legem“ lässt sich ein kirchliches Deutungsmuster identifizieren, in dem „der Frau“ eine bestimmte Funktion zugeschrieben wird. Die Weihe auf dem Donauschiff zeigt sich dabei als Symbolhandlung mit einer äußeren und einer inneren Phänomenstruktur und deckt vier handlungsrelevante Bereiche, nämlich Identität, Schuld und Macht im System Kirche sowie einer daraus resultierende notwendigen Positionierung auf. In ihrer kirchlichen Relevanz zeigt sich die Weihe auf dem Donauschiff als Heterotopie, die sich als Andersort zum „kirchlich Normalen“ präsentiert. Die innerkirchliche Machtdiskussion wird somit gleichzeitig zu einer „Systemdiskussion“. In der Weihe „contra legem“ lässt sich unter anderem der Wunsch nach einer innerkirchlichen Umgestaltung erkennen, den die Donaufrauen experimentell umsetzen und so die dekonstruktivistischen Anforderungen der Postmoderne umgehen.

Dr.theol. Martin Wiesauer

Jenseits der Pfarrgemeinde. Zur Lage und Zukunft der Kategorialpastoral. Von der Sonderseelsorge zum Paradigma zukünftiger Pastoral.

Begutachter: 

Univ.-Prof. Dipl.theol. Dr.theol. Rainer Maria Bucher

 

Abstract

Die katholische Kirche in Österreich und in Deutschland verliert an Mitgliedern, die gleichzeitige Aufrechterhaltung des traditionellen Territorialitätsprinzips zwingt zu organisationsorientierten Veränderungsprozessen. Dies rückt auch den Bereich der Sonderseelsorge, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Menschen in ihren besonderen Lebenssituationen aufzusuchen, in den Focus pastoraltheologischen Interesses. Während vieles dafür spricht, die besondere Seelsorge schon jetzt als Verwirklichung der radikalen Umkehr und der Neuorientierung der Pastoral anzusehen, wie sie Papst Franziskus in Evangelii gaudium fordert, besteht auch die Gefahr, dass die Sonderseelsorge in Folge der Finanz- und Relevanzkrise zugunsten der Pfarren eingespart wird. Die vorgelegte Forschungsarbeit thematisiert die Entwicklung der Kategorialpastoral von der Sonderseelsorge zum Paradigma zukünftiger Pastoral. Nach der Darlegung der Ausgangslage der katholischen Kirche und einer Begriffsbestimmung von Kategorialpastoral sowie einer historischen Spurensuche nach den geschichtlichen Bedingungen für die Entstehung von überpfarrlicher, kategorialer Pastoral, werden Veränderungen in ausgewählten deutschen und österreichischen Diözesen von 2005 bis 2015 erhoben und u.a. mit der betriebswirtschaftliche Methode des Kennzahlenvergleichs erforscht. Wenn Kategorialpastoral trotz der Reduzierung der Pfarren erhalten bleibt und den Anspruch einer missionarischen Kirche erfüllen will, braucht es die Formulierung spezifischer Handlungs- und Organisationsprinzipien, die sich aus der Untersuchung ableiten lassen. Die persönliche Leitungserfahrungen einbeziehend wird Kategorialpastoral als Paradigma zukünftiger Pastoral und als Verwirklichung der von Papst Franziskus postulierten Prinzipien der Priorität von Zeit und Wirklichkeit vorgestellt.               

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