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Dissertationen 2018

Dr.theol. Daniela Feichtinger

Gen 39 und seine innerbiblischen Bezüge zur Genesis und dem Sprüchebuch.

Begutachterin: 

Univ.-Prof. Dr. Dr.h.c. Irmtraud Fischer

 

Abstract

Die Episode in Potifars Haus (Gen 39) hebt sich vom unmittelbaren literarischen Kontext der Josef­erzählung sowohl in sprachlicher als auch in inhaltlicher Hinsicht ab: Das durch Wiederholungen und Doppeldeutigkeiten gekennzeichnete Kapitel erzählt als einziges der hebräischen Bibel von einem (versklavten) Mann, der Opfer von sexueller Nötigung und Verleumdung durch eine Frau wird.Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die Eigenheiten der Erzählung unter diachronen und synchronen Gesichts­punkten zu untersuchen. Das auf diese Weise erhobene Profil von Gen 39 wird anschließend sowohl zu innerbiblischen („Preisgabeerzählungen“, Gen 12,10–20; 20; 26,1–11; Tamar und Juda, Gen 38; „fremde Frau“, Spr 2,16–19; 5; 6,20–35; 7) als auch zu außerbiblischen Texten (aram. Achikar; griechische Komödie) in Bezug gesetzt und jeweils unter thematischen bzw. formalen Gesichtspunkten verglichen.Es zeigt sich, dass die Episode weisheitliche und komödiantische Elemente verbindet und für die Joseferzählung Prologfunktion hat. Als Entstehungszeit und ort erscheint die jüdische Diaspora im ptolemäischen Ägypten plausibel.

Lic. Dr.theol. Joël Gougbadji

Der Glaube an den einen Gott im Johannesevangelium.

Begutachter: 

Univ.-Prof. Dr. theol. Christoph Heil

 

Abstract

Mit 98 Belegen durchläuft das Verb „pisteúein“ das ganze Johannesevangelium von Anfang (1,7) bis zum Ende (20,31). Mit seinen Synonymen ist das Verb „pisteúein“ mit allen wichtigen Vorstellungen bzw. Grundbegriffen des vierten Evangeliums verbunden. Durch „pisteúein“ sind die Menschen eingeladen, in die ewige Einheit des Vaters und des Sohnes einzutreten, weil Vater und Sohn eins sind (10,30); wer den Sohn sieht, sieht auch den Vater (14,9). So kann man bei der Untersuchung des Themas „Der Glaube an den einen Gott im Johannesevangelium“ bemerken, dass Theologie und Christologie im vierten Evangelium vereint sind. Das ist der christologische Monotheismus des vierten Evangeliums, der den Monotheismus des Alten Testaments annimmt, aber hinzufügt, dass Jesus der einzige Offenbarer Gottes ist. Die Verweise und die Anspielungen auf das Alte Testament bzw. die Rezeption der Schrift bekräftigt die Bearbeitung dieses Monotheismus.

Wenn man den 19 Belegen des „Geistparakleten“ im vierten Evangelium folgt und sie gut analysiert, wird man auch bemerken, dass sich der vierte Evangelist einer trinitarischen Gottesvorstellung bewusst ist. Diese trinitarische Gottesvorstellung ist in der Form der Erzählung vorgestellt. Sie ist die Basis des späteren trinitarischen Monotheismus bei den Kirchenvätern und Konzilien.

Dr.theol. Christian Hatzenbichler

J.R.R. Tolkien und sein Christentum. Eine religionswissenschaftliche Auseinandersetzung mit Tolkiens Werk und seiner Rezeptionsgeschichte.

Begutachterin: 

Ao. Univ.-Prof. MMag. DDr. Theresia Heimerl

 

Abstract

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit den christlichen Spuren und ihrer Rezeptionsgeschichte im Werk J.R.R. Tolkiens (1892-1973), Philologe an der Universität Oxford, der den meisten Menschen durch seine Romanreihe DER HERR DER RINGE bekannt ist. Weniger bekannt dagegen ist, dass der streng gläubige Katholik in seinem literarischen Wirken eine Art des religiösen Vollzugs sah, der nicht im Widerspruch zu seinem tiefen Glauben stand. Seinem Verständnis nach führte er als „Zweitschöpfer“ den biblischen Schöpfungsauftrag fort, indem er einen von tiefer innerer Wahrheit geprägten Mythos erschuf. Diese Wahrheit kommt in der „Eukatastrophe“ zum Ausdruck, einer – analog zu den Evangelien – Frohen Botschaft. Den aufmerksamen Rezipienten ist schon sehr früh aufgefallen, dass Tolkien Elemente unterschiedlicher religiöser Traditionen mit Motiven aus verschiedenen Mythen verwebt, mit denen er sich im Rahmen seiner akademischen Tätigkeiten beschäftigte. Die religiöse Rezeptionsgeschichte beginnt demnach sehr früh, teils sogar noch vor Veröffentlichung seiner Bücher. Sie ist immer noch nicht abgeschlossen, wenngleich die religiösen Bildwelten heute vom Publikum nicht mehr automatisch als christliche bzw. religiöse Bilder wahrgenommen werden.

Dr.theol. Josef Michael Mayr

Lenkung fiktionaler Empathie und Sympathie in der Apostelgeschichte. Eine narratologisch-rezeptionsästhetische Untersuchung zu Apg 4,36-5,11.

Begutachter: 

Ao.Univ.-Prof. Dr. Josef Pichler

 

Abstract

Im Fokus der narratologisch-rezeptionsästhetischen Untersuchung steht die eigentümliche, fiktionale Beziehung, welche Erzähltexte den Lesenden zu Figuren der erzählten Welt anbieten: eine spannende Sache. Aufgrund der ästhetischen Differenz unterscheidet sich die Beziehung zwischen LeserInnen und Erzählfiguren fundamental von jener zwischen realen Menschen. Diese ermöglichte Beziehung wird vermittels der Begriffe fiktionaler Empathie und Sympathie zu erfassen versucht. Gemeint ist damit, ob Erzähltexte Lesenden direkt oder indirekt Zutritt ins „Innere“ von Erzählfiguren gewähren, so dass diese sich in jene „eintasten“ können (fiktionale Empathie). Zusätzlich besteht die Möglichkeit, dass Texte den LeserInnen aufgrund enthaltener Wertungen zu einzelnen Figuren bestimmte Haltungen nahelegen (fiktionale Sympathie). Anderen Begriffen, welche zur näheren Bestimmung der Beziehungsangebote von (Erzähl-)Texten dienen – zu nennen ist hier v.a. jener der Identifikation – wird durch die differenzierte Herangehensweise ihre scheinbare Selbstverständlichkeit genommen. Zusätzlich wird der Zugang interpretationstheoretisch fundiert. Auf dieser Basis wurde ein Analysemodell zur Erhebung der Textstrukturen entwickelt. Dieses Modell orientiert sich an den beiden zentralen Aspekten des Phänomens und untergliedert sich daher in die Analyse der Lenkung fiktionaler Empathie und Sympathie. Seine Funktionsweise sei kurz dargestellt: Bei der Analyse der Empathie lenkenden Strukturen gilt es, zwischen expliziter und impliziter Lenkung zu unterscheiden – je nachdem, ob Einblicke direkt oder indirekt gewährt werden. Nötig ist dabei auch die Unterscheidung, ob der Zutritt ins Innere einer Erzählfigur durch eine der Erzählinstanzen, andere Figuren oder die Figur selbst geschieht. Zur Erhebung impliziter Strukturen wird der Text auf indirekte Charakterisierungen, interne Fokalisierung und Informationsvergabe hin untersucht. Bei der Analyse der Sympathielenkung werden zunächst alle direkten Wertungen durch Erzählinstanzen und Figuren erhoben. Danach werden indirekte Wertungen analysiert, indem die indirekte Charakterisierung, der Handlungsverlauf, die Figurenkonstellation und die Informationsvergabe untersucht werden. Zur Evaluierung dieser Wertungen werden die Wertmaßstäbe des lukanischen Doppelwerkes herangezogen. Die Interpretation der Analyseergebnisse zu Apg 4,36-5,11 führt zu einem differenzierten und einladenden Bild der LeserInnenlenkung zu den Figuren Josef Barnabas, Hananias und Sapphira. Anhand dieser Figuren werden aufgrund ermöglichter fiktionaler Empathie/Sympathie bei gleichzeitiger Durchlässigkeit hin auf Lesende theologisch hochrelevante Themen veranschaulicht. Der gemeinschaftliche Umgang mit Gütern bildet eine Facette des Zeugnisses für die Auferstehung. Der österliche Glaube wird dabei als fragil dargestellt. Lesende werden durch Hananias mit der Möglichkeit konfrontiert, dass Glaubende sich auf explizit glaubenszerstörende Kräfte einlassen und somit ihren letzten Halt nicht in dem einen Gott, sondern in finanzieller Absicherung suchen. Der Tod des Glaubens führt letztlich zum eigentlichen Tod. Durch Sapphira werden Lesende befähigt, sich mit der Frage nach den richtigen Prioritäten aus der Perspektive des Reiches Gottes auseinanderzusetzen. Dazu gehört nicht nur die Frage nach dem Umgang mit irdischen Gütern, sondern auch die Gestaltung wichtiger Beziehungen und (auch familiärer) Machtstrukturen. Das Ehepaar veranschaulicht die Konsequenzen eines zerteilten Lebens ohne Bereitschaft zur Umkehr. An Josef Barnabas wird eine Figur erschlossen, die aufgrund der radikalen Ausrichtung am Auferstandenen anderen zum Trost wird, indem in ausweglosen Situationen ganz konkret Leben ermöglicht und Ostern so alltäglich und tatsächlich erfahrbar wird. Diese Herangehensweise erlaubt es, großartige Potentiale biblischer Erzähltexte auch für die praktische Bibelarbeit zu erschließen.

Dr.theol. Marion Gisela Schwermer-Sikora

Bestimmt handeln. Entschiedenheit aus christlicher Existenz im pastoralen Feld der Gegenwart. Eine empirische Untersuchung.

Begutachter/in: 

Univ.-Prof- Dipl. theol. Dr. theol. Rainer-Maria Bucher, Ao. Univ-Prof. Mag. Dr. theol. Maria Aigner

 

Abstract

Entschiedenheit benennt umgangssprachlich eine Qualität christlichen Handelns, die in der pluralen Gesellschaft als authentisches, glaubwürdiges, überzeugendes Zeugnis Beachtung findet. (Kirchliche) Veränderungsprozesse bedürfen der Entschiedenheit handelnder Personen, um das Bestehende wirksam zu verändern. Auf der Grundlage von drei Interviews öffentlich bekannter, entschieden handelnder Christinnen und Christen wird eine praktisch-theologische Theorie der Entschiedenheit entwickelt. Wichtige Ergebnisse sind: Entschiedenheit zeigt sich situativ und nicht als Eigenschaft oder Persönlichkeitsmerkmal. Entschiedene Menschen lassen sich von der Situation bestimmen und bestimmen die Situation, um die Situation zu formatieren und dann bestimmt zu handeln. Entschiedenes Handeln umfasst Entscheiden, Positionieren und Solidarisieren. Entschiedenheit polarisiert durch intendierte Wirkungen und nichtintendierte Folgen. Entschiedenheit durchzuhalten bedeutet, Risiken einzugehen und in jeder Situation wieder neu zu bestimmen.Nach einer tiefgreifenden und umfassenden Erörterung der Methodologie der Grounded Theory und ihre Anwendung auf die praktisch-theologische Forschungsfrage (Teil A) wird das Phänomen der Entschiedenheit empirisch beschrieben, erklärt und eine gegenstandsverankerte Handlungstheorie entwickelt (Teil B). Als Antwort auf die Forschungsfrage: Wie wirkt sich christlicher Glaube auf die Entschiedenheit des Handelns aus? werden die situative Ermächtigung, der pastorale Freiheitsraum sowie die wirksame Klarheit als die drei Glaubensfrüchte benannt, die christlich begründete Entschiedenheit im pastoralen Feld hervorbringt (Teil C). Der Begriff wird von Fanatismus und Fundamentalismus auf der einen Seite und Opportunismus und Beliebigkeit auf der anderen Seite abgegrenzt und als Ausdruck christlicher Existenz als ein Selfie mit Gott verstanden.

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