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Dissertationen 2019

Dr.theol. Daribor Milas

Katholische Kirche in Bosnien und Herzegowina – Teil des Problems oder Teil der Lösung? Die Perspektiven der katholischen Kirche im postsozialistischen Bosnien und Herzegowina: Das Programm des Konzils als Basis für die kirchliche Existenz in und für Bosnien und Herzegowina

Begutachter: 

Univ.-Prof. Dr. Rainer Bucher, Univ.-Prof. i.R. Dr. Leopold Neuhold

 

Abstract

Die vorliegende Dissertation beschäftigt sich mit den Perspektiven der katholischen Kirche in Bosnien und Herzegowina, insbesondere in der Zeit nach dem letzten Krieg (1995-2017). Im Rahmen dieser Arbeit soll untersucht werden, inwieweit, wo und unter welchen Bedingungen die katholische Kirche in Bosnien und Herzegowina die bosnisch-herzegowinische Gesellschaft mit dem Programm des II. Vatikanums secundum loca et tempora positiv prägen prägen kann. Um eine möglichst zufriedenstellende Antwort auf die oben genannten Fragen zu erhalten, gliedert sich diese Arbeit in vier Haupteinheiten: I. Anerkennung der Hauptprobleme in Bosnien und Herzegowina (Nationalismus, Korruption und politisches System), II. Sackgassen der katholischen Kirche in Bosnien und Herzegowina (1995-2017), III. Neue Gestalt der Kirche in Bosnien und Herzegowina durch konziliare Heterotopien, IV. Lösungspotenziale der Kirche in Bosnien und Herzegowina.Die katholische Kirche in Bosnien und Herzegowina wird durch vier Prismen (Nationalismus, Klerikalismus, Patriarchalismus und Kapitalismus) betrachtet. Im empirischen Teil der Arbeit werden durch multimethodologisches Vorgehen (Teilnehmende Beobachtung und problemzentrierte Interviews) die vielfältigen Erfahrungen von Menschen unterschiedlicher Herkunft mit ausgewählten kirchlichen „Anders-Orten“ in Bosnien und Herzegowina dargestellt, die einen Ausweg aus den ethno-nationalistischen und klerikalen Sackgassen bieten. Die Untersuchungsergebnisse lassen darauf schließen, dass das Vulnerabilitäts- und Resilienzkonzept (Keul) nicht nur als theologische Analysekategorie, sondern auch als Handlungskategorie interpretiert und verwendet werden kann. Nichtsdestotrotz ist es wichtig zu erwähnen, dass die Ergebnisse dieser Dissertation nicht nur der katholischen Kirche in Bosnien und Herzegowina dienen sollen, sondern all denen, die in Angst vor dem Unbekannten leben.

Dr.theol. Charles I. Ogbunambala

The Eucharist and Its Eschatological Dimension: A Challenge to (Igbo) Christians.

Begutachter: 

Univ.-Prof.i.R. Mag. Dr.theol. Basilius Groen

 

Abstract

This dissertation is a comparative work consisting of two parts. The first part intends to present the eschatological dimension of the Eucharist, i.e. interrelating Eucharist and Eschatology. Within that scope, some documents of the Second Vatican Council, various post-conciliar and papal documents, the Eucharistic prayers and the views of three prominent theologians are analyzed and evaluated. The analysis demonstrates that the Eucharist is understood as the locus where the eschatological community encounters the risen Lord and, at the same time, awaits His parousia. Hence, the celebration of the Eucharist activates our eschatological hope, since it transposes us temporarily from time into eternity. The incarnation theology manifested in the Eucharist offers also to the whole cosmos the opportunity to behold the presence of God, thereby bridging the radical gap between the ‘sacred’ and the ‘profane’.

The second part of the thesis considers the world-view of the Igbo (Nigeria) and its encounter with Christianity. The Igbo believe in God (Chukwu) and other deities/spirits. They see the universe as consisting of two interacting spheres: spiritual and material. Thus, there is no radical dichotomy between the two, since the spiritual world seems to be the copy or reflection of the material world. The Igbo world-view is not radically opposed to that of Christianity. This is evident in their Eucharistic liturgy and the great number of indigenous priests and religious ministering in and outside Igboland. The Igbo have done much to integrate their culture into Christianity, but a lot still needs to be done.

The comparison of Christianity and Igbo culture x-rays similarities and differences. These help us in analyzing the challenges which both of them face with regard to the eschatological dimension of the Eucharist. In this context, the eschatological dimension of the Eucharist serves also to challenge the life of (Igbo) Christians.

Dr.theol. Ewald Pristavec

Johannes Calvins Theologie und Ethik in den Kinder-und Hausmärchen (KHM) der Brüder Grimm, die von der Märchenzuträgerin Marie Hassenpflug beigesteuert worden sind.

Begutachterin: 

Univ.-Prof. DDr. Theresia Heimerl

 

Abstract

Die Brüder Jacob und Wilhelm Grimm haben die Sammlung ihrer Kinder- und Hausmärchen (KHM) als ein Werk mit wissenschaftlichem Anspruch verstanden, es ging ihnen um das Sammeln und Dokumentieren mündlich überlieferter Volksmärchen. Der zweite Anspruch, den die beiden gestellt haben, war es, den Familien ein Erziehungsbuch für ihre Kinder in die Hand zu geben. Es stellt sich die Frage, welche Werte sie in den Erzählungen der KHM vermitteln wollen.

Jacob und Wilhelm Grimm sind in der Stadt Hanau bei Frankfurt in einem streng reformiert-evangelischen Haushalt aufgewachsen, der Calvinismus hat sie von Geburt an geprägt. Unter ihren Märchenzuträgerinnen waren die Schwestern Hassenpflug, die ebenfalls calvinistisch erzogen worden sind, von Seiten der Mutter waren ihre Vorfahren Hugenotten. Der christliche Glaube in der konkreten reformiert-calvinistischen Ausprägung hat im Leben der Brüder Grimm und in der Erziehung der Familie Hassenpflug eine wichtige Rolle gespielt.

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, wie sehr die Märchen, die von der Märchenforschung der Marie Hassenpflug zugeordnet werden, calvinistische Werte und Normen vermitteln. Ein besonderer Blick gilt dabei den Ausschmückungen durch Wilhelm Grimm, aber auch den Parallelen und den diversen Vorlagen.

Die Darlegung calvinistischer Gedanken ist ein zentraler Teil der Arbeit, und immer wieder wird im Blick auf die KHM dargelegt, wie stark die Lehre Calvins die Erzählungen beeinflusst. Die These, dass der Calvinismus die Werte der neun behandelten Märchen in großem Maß bestimmt, ist sicherlich nicht von der Hand zu weisen.

Dr.theol. Karl Wechtitsch

Die Quadragesima-Homilien Leos des Großen. Eine hermeneutische und liturgiehistorische Untersuchung von tract. 39 ‒ 42

Begutachter: 

Univ.-Prof. DDr. Pablo Argárate

Zweitbegutachter:

Univ.-Prof. Dr. Harald Buchinger (Universität Regensburg)

 

Abstract

Die österliche Fastenzeit oder Quadragesima wird bereits vor Leo durch die Versuchung Jesu begründet. Dieses biblische Narrativ ist zugleich ein locus classicus, um Überlegungen zur menschlichen und göttlichen Natur Jesu Christi anzustellen und wird zu Leos Zeiten schließlich als Medium der sakramentalen Wirksamkeit Christi verstanden. Als symbolische Zeit für das ganze menschliche Leben und der Begegnung der Versuchungen, nehmen die Quadragesima und die Deutung von Mt 4,1-11 auch einen zentralen Platz in Leos Verständnis der Aktualisierung des Evangeliums in der Geschichte und in der theologischen Deutung von Geschichte ein. Dass die Zwei-Naturen-Lehre ein hermeneutisches Prinzip für die Deutung der Heilsgeschichte darstellt, wird auch an Leos souveräner Verwendung der Rhetorik deutlich. Indem der Papst sich am Schreibstil seiner Zeit orientiert und die Harmonie von Syntax und Rhythmus pflegt sowie die Stilmittel auf die innere Logik des Glaubens abstimmt, führt er seine Adressaten von ihrem ästhetischen Empfinden zum Inhalt des eigentlich Schönen, zu Jesus Christus. Als programmatische Predigt am ersten Sonntag der Quadragesima konnte tract. 39 aufgrund textimmanenter Belege nachgewiesen werden. In den Traktaten 40 und 42 finden sich ebenfalls sprachliche Hinweise, die eine solche Datierung plausibel machen, während in tract. 41 vor allem inhaltliche Parallelen zu den anderen Predigten angeführt werden können. In den Traktaten 39, 40 und 42 konnte Mt 4,1-11 als liturgische Lesung belegt werden.

Die von Karl Wechtitsch anläßlich seiner Promotion vorgelegte Arbeit wurde im September 2020 in der Reihe Patrologia - Beiträge zum Studium der Kirchenväter im Peter Lang Verlag publiziert. Zum Bestellfolder

 

Dr.theol. Elisabeth Zissler

"Ethical Turn" Eine kulturwissenschaftliche Analyse und ihre Relevanz für die Theologische Ethik.

Begutachter: 

Univ.-Prof. DDr. Walter Schaupp

 

Abstract

Seit den 1980er-Jahren ist eine verstärkte Thematisierung von ethischen Fragestellungen in den Wissenschaften beobachtbar. Im vorliegenden Dissertationsprojekt wird dieses Phänomen unter dem Begriff des Ethical Turn untersucht und in seiner Relevanz für die Theologische Ethik reflektiert. Im Ethical Turn werden kritisch-hermeneutische und narrativ-hermeneutische Zugänge zu konstitutiven Bestandteilen der ethischen Reflexion. Zudem bilden sich ethisch relevante Analysekategorien Pluralität, Differenz, Anerkennung sowie Identität und Narrativität) heraus. Vor dem Hintergrund der gewonnenen Erkenntnisse wird ein Verständnis von Theologischer Ethik in integrativ-relationaler Ausrichtung entfaltet.

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