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Festakt anlässlich des 85. Geburtstages von Em. Univ.-Prof. Dr. Maximilian Liebmann

Dienstag, 10.09.2019

Festveranstaltung zum 85. Geburtstag des Kirchenhistorikers

Em. O. Univ.-Prof. Dr. Maximilian Liebmann an der Universität Graz

 

Mit einer akademischen Feier hat die Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Graz den emeritierten Kirchenhistoriker Maximilian Liebmann zu seinem 85. Geburtstag gewürdigt. Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer charakterisierte ihn in seinem Grußwort als „Urgestein des geistigen und kulturellen Lebens in der Steiermark“ und nannte Liebmann einen „mutigen, kritischen, einflussreichen und unbequemen Denker“, der wichtige Publikationen wie beispielsweise zu „Demokratie und Kirche“ vorgelegt habe.

Die Feier wurde vom Institut für Kirchengeschichte und Kirchliche Zeitgeschichte an der Katholisch-Theologischen Fakultät ausgerichtet. Institutsleiterin Michaela Sohn-Kronthaler, zeichnete in ihrer Begrüßungsansprache den Werdegang Liebmanns nach, der aus einer katholisch geprägten Bauernfamilie stammt. Nach Promotion und Habilitation in Graz wurde er 1989 Ordentlicher Professor für Kirchengeschichte an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Karl-Franzens-Universität und Institutsvorstand (bis zu seiner Emeritierung 2002). Von 1991 bis 1999 stand er aufgrund mehrmaliger Wiederwahl als innovativer und zukunftsorientierter Dekan der Fakultät vor, warb zahlreiche Drittmittel ein und ermöglichte neue Fakultätsschwerpunkte. Sohn-Kronthaler hob hervor, dass Liebmann mit Leidenschaft und Begeisterung Lehrer und Forscher sei und sich besonders durch Fleiß und Akribie als Wissenschaftler, durch reichhaltige Forschungen zur Reformationsgeschichte, zur österreichischen Kirchengeschichte und besonders zur Kirchlichen Zeitgeschichte, ausgezeichnet habe. Als Vermächtnis verstand sie unter anderem die Fortführung der Forschungen zur Kirchlichen Zeitgeschichte sowie zur österreichischen Kirchengeschichte und zur Diözesangeschichte.

Kanonikus Stadtpfarrpropst Christian Leibnitz überbrachte die Glück- und Segenswünsche von Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl und betonte Liebmanns Verdienste in der Erforschung der Rolle der Kirche während des „Christlichen Ständestaats“ und des menschenverachtenden NS-Regimes. Auch würdigte er Liebmanns Leistungen um die Kirchengeschichte der Steiermark und das katholische Laienapostolat vor und nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil.

Gemeinderätin Sissi Potzinger vertrat den Grazer Bürgermeister Mag. Siegfried Nagl. Sie bezeichnete Liebmann, der 1970 das Diözesankomitee Katholischer Organisationen (DKO) Steiermark mitbegründete, als „verlässlichen, mahnenden und strengen Ratgeber des DKO“ wie auch für den Katholischen Familienverband.

Theresia Heimerl, Studiendekanin der Katholisch-Theologischen Fakultät würdigte Liebmann als „homo politicus“. In dessen Dekanszeit wurden Fakultätsschwerpunkte, wie die „Frauen- und Geschlechterforschung“, etabliert, erhielt mit Anne Jensen (+ 2008) die erste Frau einen Lehrstuhl an der Grazer Theologischen Fakultät. Liebmann initiierte den Elisabeth Gössmann-Preis für hervorragende Arbeiten auf dem Gebiet der Frauen- und Geschlechterforschung mit und rief den Ehrenring für verdiente Persönlichkeiten ins Leben. Er begründete der Verein zur Förderung der Theologie an der Theologischen Fakultät Graz mit der Zeitschrift „Crossing“ sowie die Reihe „Theologie im kulturellen Dialog“.

Festrednerin Annemarie Fenzl, langjährige Leiterin des Wiener Diözesanarchvis und enge Mitarbeiterin von Kardinalerzbischof Franz König, schilderte das Agieren von Kardinal König während des Zweiten Vatikanischen Konzils, der von seinem theologischen Berater Karl Rahner unterstützt wurde. Das Zweite Vatikanische Konzil (dokumentiert in 37 Archivkartons im Kardinal König-Archiv) stellte für König einen „Leuchtturm“ dar. Fenzl charakterisierte den Kardinal als „Brückenbauer“ und „Vermittler“, der „freudig und furchtlos“ handelte, sich für die Kollegialität in der Dogmatischen Konstitution über die Kirche „Lumen Gentium“ einsetzte und das Konzilsdokument „Nostra Aetate“ zu den nichtchristlichen Religionen und besonders zum Judentum rettete. Ihr Plädoyer lautete: „Die Botschaft von Kardinal König ist heute so aktuell wie damals: wir müssen das Konzil weitertragen.“

Jubilar Liebmann dankte mit bewegten Worten für Feier, Ansprachen und Festvortrag und präsentierte zusammen mit dem Linzer Verleger Helmut Wagner seine jüngste Neuerscheinung „Katholisch oder kirchlich in Österreich“ mit Beiträgen zur Katholizismusforschung.

An der Feier im vollbesetzten Hörsaal nahmen neben Lehrenden und Studierenden der emeritierte steirische Diözesanbischof Egon Kapellari, der ehemalige Grazer Generalvikar Apostolischer Protonotar Leopold Städtler, Alt-Bürgermeister Alfred Stingl, Mitglieder des Cartellverbandes, Ordensbrüder und Ordensdamen aus dem Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem und Angehörige des Diözesankomitees Katholischer Organisationen Steiermark teil. Die Familie des Jubilars, seit 1963 verheiratet mit Oberstudienrätin Professor Elfriede Liebmann, war stattlich vertreten, darunter sein Sohn Andreas Liebmann, Botschafter Österreichs in Abu Dhabi, und seine Schwiegertochter Sandra Holasek, Abgeordnete zum Steiermärkischen Landtag. Diese dankte dem Familienmenschen Liebmann und überreichte gemeinsam mit Institutsleiterin Sohn-Kronthaler eine Skulptur von Gregor Fauland, die den Jubilar, umgeben von seinen Büchern, zeigt. Die Feier wurde von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Theologischen Fakultät unter der Leitung von Amtsdirektor Siegfried Kager musikalisch festlich umrahmt.

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