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TheoNEWS Februar 2026
Mittwoch, 04. Februar 2026

Das war 2025: Jahresrückblick der Katholisch-Theologischen Fakultät

Herzlich willkommen im neuen Jahr!

Mit dem Jahr 2026 präsentiert sich auch unser Newsletter TheoNEWS in neuer Form. Künftig möchten wir Ihnen zweimal jährlich einen etwas umfassenderen Überblick über die vielfältigen Aktivitäten unserer Fakultät geben – von Forschungsleistungen und Publikationen über Veranstaltungen bis hin zu internationalen Kooperationen.

Um Ihnen bereits jetzt einen Vorgeschmack auf das Kommende zu geben, beginnen wir mit einem Rückblick auf prägende Themen, engagierte Menschen, spannende Projekte und besondere Ereignisse des vergangenen Jahres.

Wir freuen uns, wenn dieser Rückblick Ihr Interesse weckt, Bekanntes vertieft und vielleicht auch dazu einlädt, unsere Fakultät weiterhin – oder ganz neu – zu begleiten.

Neue Projekte, neue Horizonte: Forschungsprojekte an der Fakultät

Mit mehreren 2025 neu gestarteten Forschungsprojekten setzt die Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Graz deutliche Akzente in Forschung und internationaler Vernetzung. Inhaltlich spannt sich der Bogen von religionshistorischen Studien über bibelwissenschaftliche Grundlagenforschung bis hin zu pastoraler Praxis. 

Im Juni wurde ein umfangreiches ASTRA-FWF-Projekt unter dem Titel Heterodoxe Landschaften und verwobene Geschichten in Südosteuropa bewilligt, das von Bojana Radovanović geleitet wird. Die mehrfach ausgezeichnete Religionswissenschaftlerin untersucht religiöse Traditionen jenseits konfessioneller Hauptlinien und deren historische Verflechtungen im südosteuropäischen Raum. Das Projekt verbindet theologische, kultur- und regionalgeschichtliche Perspektiven und leistet damit einen wichtigen Beitrag zum Verständnis religiöser Vielfalt in Europa. 

Ebenfalls 2025 gestartet ist das FWF-Projekt Traditionalist East Asia, das von Lukas Pokorny (Uni Wien) und Franz Winter verantwortet wird. Im Zentrum stehen traditionelle religiöse Denkformen in ostasiatischen Kontexten und deren Verhältnis zu Moderne, Globalisierung und kulturellem Wandel. 

Mit starkem Praxisbezug widmet sich das Projekt Evaluation neuer pastoraler Berufsprofile unter der Leitung von Bernd Hillebrand aktuellen Veränderungen kirchlicher Arbeit. Untersucht werden neue Rollen in der Pastoral, ihre Wirksamkeit und ihre strukturelle Einbindung. Die Ergebnisse sollen sowohl wissenschaftliche Erkenntnisse liefern als auch konkrete Impulse für kirchliche Entwicklungsprozesse geben.

Grundlegende (bibel-)theologische Fragen stehen im Mittelpunkt des internationalen Projekts Biblical Anthropology in Canonical Discourse, das Katharina Pyschny gemeinsam mit Veronika Burz-Tropper (KU Leuven) leitet. Erforscht wird, welche Menschenbilder die biblischen Texte prägen und wie diese im kanonischen Zusammenhang von Altem und Neuem Testament zu verstehen sind – ein Beitrag zur aktuellen Diskussion um anthropologische Grundlagen der Theologie.

Der seit 1994 an der Fakultät bestehende Schwerpunkt der Frauen- und Geschlechterforschung wird durch ein neues Projekt von Martina Bär bereichert. Das Elisabeth-List-Fellowship-Projekt Zwischen Bild und Text untersucht, wie religiöse Geschlechternormen in der Frühen Neuzeit durch das Zusammenspiel von Text und Bild vermittelt wurden. Das Projekt eröffnet zugleich historische und gegenwartsbezogene Perspektiven auf religiöse Normierungsprozesse.

Und das ist längst nicht alles: 2025 konnten noch viele weitere Projektanträge erfolgreich eingeworben werden – sie starten nun 2026. Bleiben Sie gespannt: In den nächsten Ausgaben von TheoNEWS stellen wir sie ausführlich vor.

Theologie ohne Grenzen: Internationale Aktivitäten der Fakultät

Der rege internationale Austausch und die Zusammenarbeit mit Kolleg*innen aus aller Welt bereichern das wissenschaftliche Leben unserer Fakultät und sichern die Qualität in Lehre und Forschung. 

Die „Internationale Woche“ im April 2025 mit Gastvortragenden aus Italien, Kroatien, Spanien und Griechenland, bot die Gelegenheit im Rahmen eines vielfältigen Programms nicht nur klassische akademische Inhalte zu rezipieren und diskutieren, sondern auch interkulturelle Perspektiven auf aktuelle theologische und gesellschaftliche Fragestellungen zu eröffnen. 

Auch außerhalb der Internationalen Woche konnten wir internationale Forscher*innen für Gastvorträge gewinnen. Im Rahmen des Erasmus-Programms besuchten 6 Studierende und Mitarbeiter*innen unsere Fakultät, 2 Studierende nützten Plätze im Ausland. Mit Universitäten in Israel, Kroatien und Deutschland konnten insgesamt 4 neue Erasmus-Abkommen abgeschlossen werden; 5 weitere sind in Vorbereitung. Unsere Forscher*innen haben fast 100 Gastvorträge in über 20 Ländern gehalten zu diversen Themen wie Ethik der KI, Männlichkeitsforschung oder den christlich-islamischen Dialog.

Begegnung, Auszeichnung und Zukunftsfragen: Rückblick auf ein Jahr gelebter Theologie

Mit dem ersten Dies Academicus der Fakultät wurde im Frühjahr 2025 ein neues Format etabliert, das unser wissenschaftliches Profil, den inneruniversitären Austausch und die öffentliche Sichtbarkeit unserer Fakultät miteinander verband und den Auftakt zu einer künftig festen Größe im akademischen Kalender bildete. Die Veranstaltung widmete sich dem brisanten und aktuellen Thema „Demokratiefähig? Theologie angesichts des Rechtsruckes in Österreich“.

Im Herbst rückte das 25-jährige Bestehen des Vereins zur Förderung der Theologie die Geschichte und Vernetzung der Fakultät in Universität und Gesellschaft in den Mittelpunkt. Die Jubiläumsfeier im Alten Senatssaal bot im November Gelegenheit zu Rückblick und Ausblick: Michaela Sohn-Kronthaler zeichnete die Entwicklung des Vereins nach, bevor Klaus Poier in seinem Festvortrag „Demokratie und Religion“ zentrale Fragen der Gegenwart aufgriff. Eine Podiumsdiskussion mit Zeitzeug*innen und der anschließende Empfang rundeten den Abend ab.

Im Dezember fand die Verleihung des Ehrenrings der Katholisch-Theologischen Fakultät an den Abt des Stiftes Admont, Gerhard Hafner OSB, statt. Die Auszeichnung würdigte sein langjähriges Wirken an der Schnittstelle von Theologie, Ordenskultur und gesellschaftlicher Verantwortung und soll die Kooperation zwischen der Fakultät und dem Stift Admont nachhaltig stärken.

Forschung mit Relevanz: Publikationen 2025

Die thematische Breite und gesellschaftliche Relevanz der Forschung an der Fakultät spiegelt sich auch in den Publikationen wider. Weit über 100 Publikationen haben unsere Fakultätsmitglieder veröffentlicht. Dabei sind die fakultätseigenen Zeitschriften und Reihen ein besonderes Aushängeschild: Die zwei Ausgaben unserer Fakultätszeitschrift LIMINA im Jahr 2025 waren den Themen „Kindheit“ und „Frieden“ gewidmet. Das Journal for Religion, Film and Media setzte in seiner aktuellen Ausgabe einen Schwerpunkt auf die Darstellung von Muslimen und Islam im Film. Im Österreichischen Religionspädagogischen Forum standen religionspädagogische Zugänge zur rassismuskritischen Religionspädagogik und Fragen der Demokratiebildung im Fokus. In der Fakultätsreihe Theologie im kulturellen Dialog erschien der Band 43 „Kunst trifft Theologie“.

Vernetzung Wissenschaft – Kirche

Die enge Verbindung von Wissenschaft und Kirche ist ein wichtiger Schlüssel zur Stärkung der gesellschaftlichen Relevanz der Theologie. In diesem Sinne wurden auch 2025 die inzwischen traditionellen Gespräche der Fakultät mit Vertreter*innen der Diözesen Graz-Seckau und Gurk fortgeführt. Zwei Treffen widmeten sich dabei zentralen Gegenwartsfragen: Im Mai der Rolle von Kirche und Theologie im Kontext demokratischer Herausforderungen, im Dezember in Klagenfurt den „Zeichen der Zeit“ und ihren Konsequenzen für Kirche und Theologie heute.

Science goes public: Theologie, die ankommt!

In Bereich der Kommunikation setzt die Katholisch-Theologische Fakultät zunehmend verstärkt auf soziale Medien. Zu diesem Zweck beschäftigt die Fakultät einen Experten für Wissenschaftskommunikation auf Social Media, der die vielfältigen Aktivitäten unserer Forschenden begleitet und für eine wirkungsvolle Kommunikation in der digitalen Sphäre Sorge trägt und Aktuelles auf Facebook und Instagram postet. Ein besonderes Highlight war 2025 der digitale Adventskalender, der in 24 kurzen Videos Wissenswertes, Kurioses und Amüsantes rund um Advent und Weihnachten vermittelte. Wir wollen an dieser Stelle insbesondere den Kooperationspartner*innen inner- und außerhalb der Universität und den Partnerschulen danken, die an der Gestaltung der Türchen beteiligt waren.

Ergänzend dazu wurde auch das erfolgreiche TheoLabs-Programm weitergeführt, das jedes Jahr hunderte Schüler*innen für aktuelle Forschungsthemen begeistert und unsere Fakultät als attraktiven Ort theologischer Bildung für junge Menschen sichtbar macht.

Vorfreude: Highlights im Sommersemester 2026

Wenn Sie unser kurzer Rückblick auf 2025 auf den Geschmack gebracht hat, empfehlen wir den Griff zum Kalender, wo Sie sich einige Fixpunkte schon eintragen können: Vom 16.–20. März werden im Rahmen der internationalen Woche wieder Vortragende aus unseren internationalen Partneruniversitäten vortragen, lehren und mit uns diskutieren; Details dazu finden Sie in Kürze auf unserer Website. Am 19. März ab 13 Uhr findet der diesjährige Dies Academicus statt, der dem Thema Kunst und Theologie gewidmet sein wird. 

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