Vom 9. bis 10. April fanden in der Südsteiermark die diesjährigen Seggauer Gespräche zu Staat und Kirche statt. Dieses Mal stand das viel diskutierte Thema „Assistierter Suizid“ auf dem Programm. Am ersten Tag wurden Grundsatz-Referate aus ethischer und verfassungsrechtlicher Perspektive diskutiert. Am zweiten Tag reflektierten Vertreter:innen von Palliativ-Medizin sowie Patient:innen- und Pflegeombudsschaft ihre Erfahrungen aus dem Krankenhaus bzw. bei der Erstellung einer Sterbeverfügung. Darüber hinaus wiesen Vertreter:innen aus Apotheker- und Notariatskammer auf die vielfältigen Problemstellungen, Unsicherheiten und Gefahrenmomente im Prozess eines assistierten Suizids hin und stellten Verbesserungsvorschläge zur Debatte. Argumente für und gegen den assistierten Suizid wurden in großem gegenseitigen Respekt ausgetauscht und differenziert erörtert. Zudem konnten Desiderate und Probleme namhaft gemacht werden – so vor allem für den Zeitraum nach der Abgabe des todbringenden Medikaments in einer Apotheke. Die praktischen Perspektiven wurden in den bestehenden rechtlichen Rahmen eingeordnet und auf ethische Grundsatzfragen bezogen.
So haben die Seggauer Gespräche, die vom Institut für Europarecht und Internationales Recht der Wirtschaftsuniversität Wien, dem Institut für Philosophie an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Graz sowie der katholischen und der evangelischen Kirche veranstaltet werden, anlässlich ihres 20-Jahr-Jubiläums einen interdisziplinären Beitrag zu einem gesellschaftlich höchst virulenten Thema beigetragen.
Nachlese aus den Medien
Lackner: Kirche muss beim Lebensschutz Stimme erheben (kathpress, 09.04.2026) / Auch zu finden auf katholisch.at (09.04.2026)
Tagung: Überlegungen zu einem würdevollen Sterben statt Suizid (kathpress, 10.04.2026)
Würdevoll ans Lebensende statt Suizid (Katholische Kirche Steiermark, 10.04.2026)
10. Seggauer Gespräch zwischen Selbstbestimmung und Verantwortung (Sonntagsblatt, 13.04.2026)