Mein vierwöchiger Forschungs- und Lehraufenthalt in Tanzania führt mich heuer nach Arusha, Morogoro und Zanzibar. Von 6. Februar bis 5. März gebe ich Bibliolog-Kurse im Lumen Christi Institute für die Second Year Brothers im Priesterseminar, sowie im Fransalian Spirituality Centre für die dort seit Herbst letzten Jahres ansässigen Formators. Dabei begleiten und unterstützen mich drei afrikanische Ordensschwestern, die als Co-Trainerinnen in das international anerkannte Bibliologtrainer*innenprogramm einsteigen. Die Arbeit ist intensiv und dicht – die Schwestern beteiligen sich überaus engagiert und kreativ. Die Trainings sollen die jungen Kolleginnen befähigen, zukünftig selbst in ihren Ordensgemeinschaften und im Zuge ihrer pastoralen Arbeit Bibliologleiter*innen auszubilden. Nach den Kursen biete ich auch dieses Jahr wieder ein Seminar in „Feminist Theology“ an und erneut erstaunt es mich, wie sehr diese Frauen ohne jegliches Vorwissen vor dem Hintergrund ihrer eigenen kulturellen und kirchlichen Sozialisation schnell und differenziert begreifen, was Patriarchatskritik und Empowerment bedeuten.
Die Wettersituation gestaltet sich dieses Mal anders als bislang gewohnt. Ist es in Arusha noch heiß und trocken, zeigen sich in Morogoro bereits erste Anzeichen der hereinbrechenden Regenzeit in Form von kurzen heftigen Schauern. Das bedeutet noch mehr Schwüle als sonst und in Folge der hohen Temperaturen ein höheres Moskito-Aufkommen.
Neben der dichten Zeit des Lehrens und Unterrichtens gibt es dazwischen Phasen der landschaftlichen Erkundungen und neuer zwischenmenschlichen Begegnungen. Wir sehen uns eine noch ganz junge Gemeinde in Kikunde, in der Tanga-Region an, konfrontieren uns mit der erschütternden Realität einer nahegelegenen Goldmine und besuchen den Mikumi Nationalpark auch „die kleine Serengeti “genannt.
Die letzten Tage auf Zanzibar sind ebenso von gelegentlichen Regenschauern geprägt. Sie tauchen meine Nacharbeit samt Forschungstagebuch und Blick auf das Meer in unvergessliche türkis-blaue Farbspiele.
Habari gani? Nzuri sana!
Maria Elisabeth Aigner, Graz am 11.4.2026