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Mittwoch, 10.03.2021

Fall für zwei

Seit Oktober 2020 forscht und lehrt Sabine Konrad an der Universität Graz. Foto: Konrad

Die Ehe als Beziehung von Kirche und Staat: Diesem Zusammenspiel widmet sich Sabine Konrad, neue Professorin für Kanonisches Recht

Für viele ist es der schönste Tag im Leben. Für Sabine Konrad ein zentrales Forschungsthema. Denn wie das Sakrament der Ehe im katholischen Kirchenrecht geregelt ist, damit beschäftigt sich die neue Professorin für Kanonisches Recht. „Wir unterscheiden ja zwischen staatlicher Ehe und dem kirchlich geschlossenen Bund“, präzisiert Konrad. „In anderen Ländern, zum Beispiel in Spanien, Italien und Portugal, wird mit der kirchlichen Trauung zugleich die Zivilehe geschlossen. Im Fall von Konflikten müssen Staat und Kirche eng zusammenarbeiten“, sagt die Expertin für Ehe- und Eheprozessrecht. 

Priesterehe
Unweigerlich drängt sich zu ihrem Schwerpunkt die Frage nach verheirateten Priestern auf. „Den Zölibat kann nur der Papst ändern“, hält Sabine Konrad fest, verweist aber darauf, dass bei den sogenannten unierten katholischen Ostkirchen wie in der Slowakei die Ehe für Pfarrer möglich ist. „Sie müssen allerdings schon vor der Priesterweihe verheiratet sein.“

Nichtigkeitsverfahren
Ein rechtlich definiertes Zusammenspiel von Kirche und Staat gibt es auch in anderen Bereichen. „Eben aktuell, wenn ein verpflichtendes Ethikfach anstelle des Religionsunterrichts diskutiert wird“, schildert Konrad. Ein weiteres Zusammenspiel – jenes von Praxis und Wissenschaft – prägt ihre Arbeit selbst. Sabine Konrad ist auch Richterin am Konsistorium Augsburg, einem kirchlichen Gericht. Diese Tätigkeit fließt automatisch in ihre Forschung ein. Wiederum zum Ehe- und Eheprozessrecht: „Denn es geht vor allem um Verfahren, wann eine Ehe für nichtig erklärt wird. Etwa wenn jemand die Nachkommenschaft ausschließt“, nennt die Professorin einen Grund. 

Gottes Fügung
Seit Oktober 2020 forscht und lehrt Sabine Konrad an der Universität Graz. Zuvor war sie elf Jahre lang Wissenschafterin an der Universität Augsburg. Dass sie den Ruf auf die Professur an der Universität Graz angenommen hat, war für die Theologin eine „Herzensentscheidung“ – und, dass sie schließlich berufen wurde, „Gottes Fügung“. Willkommen fühlte sich die gebürtige Bayerin an der Uni Graz auf jeden Fall: „Das Welcome Center verdient seinen Namen völlig zu Recht, auch die Unterstützung anderer Einrichtungen wie unikid war hervorragend.“

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