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Donnerstag, 11.03.2021

Clip & Klar

Handelt, wer sich nicht impfen lässt, fahrlässig? Ja, meint Ethiker Hans-Walter Ruckenbauer, weil dadurch gesellschaftliche Kooperation verweigert wird

In Österreich gehen die Impfungen gegen Sars-Cov-2 insgesamt noch eher schleppend voran, vor allem im Vergleich zu anderen Staaten. Mehr Impfdosen sollen demnächst zur Verfügung stehen, zum Beispiel für den von der Südafrika-Variante besonders betroffenen Tiroler Bezirk Schwaz. Die Aussicht auf eine baldige Impfmöglichkeit sorgt für Diskussionen: für die einen bedeutet sie die Chance auf ein Stück mehr Freiheit, andere sehen sie kritisch oder lehnen sie gänzlich ab. Handeln diese Personen fahrlässig? Ethiker Hans-Walter Ruckenbauer vom Institut für Philosophie an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Graz meint auf diese Frage: 

„Ja, denn Personen, die eine Impfung gegen Covid-19 ohne triftigen Grund für sich ablehnen, verweigern die Kooperation in einem wichtigen gesellschaftlichen Anliegen. Diese Menschen gefährden damit nämlich nicht nur sich selbst. Im Falle einer Ansteckung und eines schweren Krankheitsverlaufs belasten sie zudem die angespannten Ressourcen des Gesundheitssystems. Würde ihr Verhalten als allgemeine Regel gelten, triebe das die Mutationsrate des Virus hoch. Auch das nehmen sie billigend in Kauf.  

Ohne breiten Impfschutz werden wir dem Karussell der Lockdowns nicht entkommen und müssten immer gravierendere negative bio-psycho-soziale Folgen akzeptieren. Wer den Weg der Immunisierung mutwillig boykottiert, orientiert sich nicht am Gemeinwohl, sondern an individuellen Vorlieben. Was wir hingegen zurzeit benötigen, ist eine starke, Grenzen überschreitende Solidarität, um das Virus und seine Mutanten in die Schranken zu weisen.“

 

>> Link Video
 

Erstellt von Gerhild Leljak

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